Klimaschutz am Bau

Gräfelfing für Zertifizierung

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Zu den Maßnahmen, die Gräfelfing zum Schutz des Klimas ergriffen hat oder plant, zählt nun ein weiteres Tätigkeitsfeld: Auf den Baustellen der Gemeinde – ob Sanierung oder Neubau – sollen ökologisch und energetisch nachhaltige Baustoffe Verwendung finden. Auf dem Weg zu diesem Ziel sah die Gemeinde sich jetzt zu einem Kurswechsel gezwungen.

Gräfelfing – Auf Anregung der Grünen sollte Klimaschutzmanagerin Sabrina Schröpfer Bau- und Dämmstoffe auf ihre ökologischen und energetischen Vor- und Nachteile hin untersuchen. Das tat die Mitarbeiterin mit viel Liebe zum Detail. Im Bauausschuss legte sie eine große Tabelle vor, die zu bestimmten Baustoffen ihre jeweiligen energetischen und ökologischen Kennziffern aufführte – eine Materie nur für Fachleute. Der Bauausschuss sah sich außer Stande, diese Zahlen zu bewerten und daraus eine Positiv- oder Negativliste zu erstellen – zumal selbst Schröpfer davor zurückgeschreckt war. Auf Nachfrage der überrascht wirkenden Bürgermeisterin Uta Wüst teilte die Klimaschutzmanagerin mit, eine solche Liste könne nur „sehr grob“ ausfallen, nicht detailliert.

Als Vorbild hatte eigentlich die Landeshauptstadt München gegolten, die seit vielen Jahren eine Baustoffliste führt, die für Auftragnehmer bindend ist. Architekt Reinhard Moosmang, Fachberater des Bauausschusses, empfahl denn auch, eine „Negativliste“ wie München zu erstellen. Sich die Münchner Liste zu eigen zu machen, sah Wüst als wenig empfehlenswert an, da diese Liste „zehn Jahre alt“ sei. Doch könne man vielleicht den „Münchner Kriterienkatalog“ übernehmen. Oder, als weitere Option, könne man das Thema vertrauensvoll „den Architekten überlassen“, sprich: nichts unternehmen.

Vor einer Abstimmung intervenierte Architekt Clemens Pollok, der zufällig wegen eines anderen Tagesordnungspunktes der Sitzung beiwohnte, mit einem Vorschlag: Gesamtheitlich wirkender als eine solche Liste wäre eine Öko-Zertifizierung der Gemeinde als Bauherr. Diese bedinge nicht nur eine Selbstverpflichtung, sondern auch eine regelmäßige Überprüfung über längere Zeiträume, decke ein breiteres Themenfeld ab und führe nach und nach zu einer veränderten „Grundhaltung“. Einstimmig beschloss der Ausschuss, die Verwaltung möge zu einer solchen Zertififzierung eine Vorlage erarbeiten.

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