Kritiker stören sich an vermutetem Mehrverkehr

Knappe Mehrheit für Betonwerk bei Glück

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Die Pläne der Firma Glück, auf dem Gelände ihres Kieswerks eine Mischanlage für Transportbeton zu errichten, bleiben im Gräfelfinger Gemeinderat hoch umstritten.

Gräfelfing– Nur mit denkbar knapper Mehrheit von 12:11 Stimmen billigte der Gemeinderat am Dienstag den angepassten vorhabenbezogenen Bebauungsplan und die letzte öffentliche Auslegung. 

Wie berichtet, hatte der Bauausschuss das Verfahren zunächst auf Eis legen wollen. Erst eine Reduzierung der Laufzeit der Anlage auf zehn Jahre – bis 2029 statt bis 2035 – hatte den Durchbruch gebracht und eine Mehrheit im Gemeinderat zustimmen lassen. Jetzt stand das Vorhaben abermals auf der Kippe.

Die Kritiker, allen voran Franz Lang (SPD) und Jörg Scholler (FDP), störten sich an dem vermuteten Mehrverkehr, den die Betonanlage auslösen werde, weil nicht ausschließlich vor Ort geförderter Kies verarbeitet werden soll. Lang sagte, hier schaffe man sich selbst zusätzlichen Verkehr, um ihn dann aufwendig über eine kommunale Entlastungsstraße vom Ort fernzuhalten.

Jörg Scholler befürchtete, die Betonlaster würden die 2019 frisch zu sanierende Rottenbucher Straße sogleich wieder „niederfahren“ und Lärm und Schmutz in den Ort bringen. Zudem sei die Befristung auf zehn Jahre unrealistisch; man werde eines Tages über eine Verlängerung zu entscheiden haben – schon aus Gründen der Rentabilität.

Das Abstimmungsverhalten musste trotzdem überraschen. Für den Bebauungsplan votierten die CSU, der Bürgerverein sowie Hans-Joachim Kramer (parteifrei). Dagegen stimmten SPD, Grüne, FDP und IGG samt Bürgermeisterin Uta Wüst – jedoch ohne Wolfgang Balk, der ebenfalls für den Plan stimmte und damit die Entscheidung brachte. Seine Position zumindest erschien konsequent: Immerhin hat die Gemeinde mit Glück bereits einen Durchführungsvertrag abgeschlossen; eine Ablehnung des Vorhabens wäre ein Widerspruch in sich.

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