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Klimaschutzmanagerin Sabrina Schröpfer verweist auf die Fenster des 50-jährigen Gräfelfinger Rathauses als energetische Schwachstellen. Nun überlegt der Gemeinderat, in welchem Ausmaß sie saniert werden sollen.

Rathaus Gräfelfing

Fensteraustausch würde 1,1 Millionen Euro kosten

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Das 50-jährige Gräfelfinger Rathaus ist energetisch gesehen eine einzige Schwachstelle. Trotzdem stechen einige Bauteile beim Energieverlust heraus, darunter die Fenster. Und davon gibt es im Rathaus reichlich. Jetzt liegen Zahlen zu deren Sanierung oder Austausch auf dem Tisch.

Gräfelfing– 189 Fenster besitzt das Rathaus in der Ruffiniallee; sie reichen von Schaufenster-Größe bis zur schmalen Schießscharten-Lamelle. Was sie gemein haben, sind hochwertige Rahmen aus Meranti-Tropenholz, dem idealen Fensterholz – und energetisch geradezu belanglose Scheiben, wie sie vor 50 Jahren Standard waren.

Im Auftrag der Gemeinde untersuchte Ingenieur Markus Staller die Situation, um Abhilfe zu schaffen. Ergebnis: Ein Ersatz allein der Scheiben durch Doppel-Isolierglas würde 410 000 Euro kosten, allerdings einschließlich der Reparatur von knapp 40 beschädigten Beschlägen.

Würden die Fenster samt Rahmen ausgetauscht – heute fiele die Wahl wohl auf Eiche – käme man auf rund 1,1 Millionen Euro an Kosten, so Markus Staller in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung.

Als problematisch sahen der Fachmann wie auch die Gemeinderäte weniger die schieren Kosten an, als die relativ geringe Wirkung der Maßnahme. So würde Variante 1 (nur Glasaustausch) eine Energieersparnis im gesamten Rathaus von nur 7% mit sich bringen; beim Austausch der kompletten Fenster mit Rahmen wären es 14%, weil in diesem Fall Dreifachverglasung zum Einsatz käme. Entsprechend gering fiele die CO2-Einsparung und die Energiekostenersparnis von 3000 beziehungsweise 6000 Euro pro Jahr aus.

Der Grund: Allein die Betonbrüstungen unterhalb der Fenster sind für einen höheren Energieverlust als die Fenster selbst verantwortlich. Diese zu dämmen wäre allerdings mit ungleich höheren Aufwänden verbunden. Unter anderem müssten dafür sämtliche Heizkörper abmontiert werden.

Der Bauausschuss tendierte dazu, lediglich die Scheiben austauschen und die Beschläge reparieren zu lassen, um die hochwertigen Rahmen zu erhalten. Auf Stallers Anregung werden nun zunächst die Kosten für eine Dämmung von Dach und Kellerdecke eruiert, die sich auf die Energiebilanz ebenfalls positiv auswirken würde.

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