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Neujahrsempfang der Malteser: Der Kreisbeauftragte Christoph Graf von Brühl (Foto Mitte) konnte unter anderem den Münchner Polizeipräsidenten Hubertus Andrä und Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst als Gäste begrüßen. 

Neujahrsempfang der Malteser

„Einsatzkräften den Rücken stärken“

Der Kreisbeauftragte der Malteser hat beim Neujahrsempfang seinen Unmut über den zunehmenden Egoismus in der Bevölkerung Luft gemacht.

GräfelfingDarf man sich im Februar noch ein „Gutes Neues Jahr“ wünschen? Die Malteser haben diese Frage eindeutig mit „ja“ beantwortet. „In Bayern“, befand der Kreisbeauftragte Christoph Graf von Brühl, „ist der Januar ja noch etwas schläfrig, so dass das Jahr erst im Februar beginnt.“ Folgerichtig lud der Malteser Hilfsdienst am 2. Februar zum Neujahrsempfang.

Traditionell eröffnete der Kreisbeauftragte den Abend im Gräfelfinger Pfarrsaal St. Stefan mit einer kleinen Rückschau auf das vergangene Jahr – und landete dabei gleich ohne Umschweife bei einem Thema, das ihm unter den Nägeln brannte: dem stärker werdenden Egoismus. Der sei ihm im vergangenen Jahr aufgefallen wie nie zuvor. Dabei nannte Graf von Brühl zwei Ereignisse, die ihm besonders unter die Haut gegangen waren: Einmal der Unfall im Münchner Bahnhofsviertel im November, als der Renault eines Rentnerehepaars mit einem Einsatzwagen der Johanniter zusammenkrachte. Rund 200 Gaffer hatten nichts Besseres zu tun, als die im Wagen eingeklemmten, hilflosen Senioren mit ihren Handys zu filmen. Beim zweiten Ereignis handelt es sich um einen Vorfall in Berlin, bei dem ein Mann den Fahrer eines Rettungswagens anpöbelte und schließlich sogar randalierte, weil dieser bei einem lebensrettenden Einsatz in zweiter Reihe parkte. „Wir müssen den Einsatzkräften explizit den Rücken stärken“, forderte der Kreisbeauftragte. „Umso größer der Egoismus, desto größer unser Antrieb weiterzumachen.“

Doch es gab auch Erfreuliches zu berichten: Dazu gehört etwa die Eröffnung des Café Malta in Kirchheim bei München, ein Angebot speziell für Demenzkranke und ihre Angehörigen. Und dazu zählt ebenfalls die Einrichtung eines „First Responders“ (Helfer vor Ort) in Taufkirchen und natürlich die „Mahlzeiten-Patenschaften“, die seit Sommer 2017 auch in Gräfelfing angeboten werden. Als gelungenes Beispiel für die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen nannte Christoph Graf von Brühl die Katastrophenschutz-Übung vom 28. Dezember vergangenen Jahres in der Wolfart-Klinik.

Abschließend wagte der Kreisbeauftragte noch einen Blick über die Landkreisgrenzen hinaus: 2017 hat der Malteserorden diplomatische Beziehungen mit der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen. Stolz sei man auch auf den 2017 erschienenen, umfangreichen Migrationsbericht.

Schließlich übergab Graf von Brühl das Wort an den scheidenden stellvertretenden Kreisbeauftragten der Malteser, Thomas Auerbach. Dieser unterstrich noch einmal die Bedeutung der „First Responder“ („Mein Baby“). Zum Abschied richtete er einen Wunsch an das Präsidium des Hilfsdienstes in Köln: „Ich will wieder eine einheitliche Dienstkleidung.“

Mit einem gemeinsamen Gebet und dem Segen einer der Hausherren von St. Stefan endete der offizielle Teil des Abends. Mit den Worten „Bleibet hier in Frieden“ eröffnete schließlich Kaplan Martin Siodmok das Buffet.  mdy

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