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Gefährliche Unart, die eher Regel als Ausnahme ist: Vor allem Autos in der Achse Lochhamer Straße fahren einfach über die weiße Linie und den gepflasterten Innenbereich.

Kreisverkehr Lochhamer-/Rottenbucher Strasse

Nachbesserung für 193 000 Euro

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Der berühmt-berüchtigte Gräfelfinger Kreisverkehr in der Lochhamer Straße soll sicherer werden. Stimmt der Gemeinderat am Dienstagabend, 21. Februar, zu, lässt die Gemeinde sich die Nachbesserung 193 000 Euro kosten.

Gräfelfing – „Wer aus der Rottenbucher Straße an den Kreisverkehr kommt, muss sehr aufpassen: Die Autos in der Lochhamer Straße fahren durch, als hätten sie immer Vorfahrt – egal, wer zuerst im Kreisel war.“ Die Beobachtung von Gemeinderat Jörg Scholler (FDP) ist jedem Gräfelfinger geläufig. Und sie ist der Hauptgrund, weshalb der Kreisverkehr für viel Geld wesentlich verändert werden muss. Denn die an sich geltenden Vorfahrtsregeln sind ausgehebelt. Damit steigt die Unfallgefahr – ein Risiko, das die Gemeinde nicht mehr tatenlos dulden will.

Wie berichtet, verteilt sich die Schuld an dem mangelhaften Kreisverkehr auf viele Schultern, weshalb die Verantwortlichen den Blick lieber nach vorne richten: Im Sommer 2016 legte der renommierte Verkehrsexperte Prof. Jürgen Gerlach ein Gutachten samt Empfehlungen vor. Die sollen nun Umsetzung finden.

Vor allem geht es darum, die Durchschussmöglichkeit in der Achse Lochhamer Straße zu verringern, eine größere Abweichung der Fahrzeuge und damit niedrigeres Tempo zu erzwingen. Dafür wird die innere Verkehrsinsel von fünf auf acht Meter Durchmesser wachsen, der gepflasterte Kreis, den nur Busse und Lastwagen befahren dürfen, von elf auf 13 Meter. Somit verbleibt für den legal befahrbaren Außenring nur noch eine Breite von 6,5 Metern (heute 7,5 Meter).

Weil die durchgezogene weiße Linie kaum Beachtung findet und notorisch überfahren wird, wollen Planer und Gemeinderäte den Autofahrern das „Schneiden“ zusätzlich mit einer rund fünf Zentimeter hohen Kante rings um den gepflasterten Bereich verleiden: Wer nicht hören will, muss fühlen.

Auch für Radfahrer soll die Situation sicherer werden. Sie erhalten eigene Fahrradfurten parallel zu den Zebrastreifen. Und der bisherige gemeinsame Fuß- und Radweg wird zu einem Fußweg mit Zusatzschild „Radfahrer frei“. Wer möchte, darf auf der Fahrbahn im Kreisverkehr radeln.

Im Bauausschuss, der einmütig zustimmte, betonte Bauamtsleiterin Elisabeth Breiter, diese Lösung sei mit Prof. Gerlach, Polizei, Landratsamt und dem ADFC abgestimmt. Besondere Zustimmung fand in der Sitzung der fünf Zentimeter hohe Abstich. Benno Stübner (IGG): „Anders werden wir das Tempo und die Gefährdung nicht in den Griff bekommen.“ Kritisch sah Walter Frank (CSU) die „immensen Kosten“. Jedenfalls konstatierte Florian Ernstberger schmunzelnd: „Ich glaub, dass dieser Kreisel in die Kreiselgeschichte Deutschlands eingeht.“

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