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Ortstermin für die Kunstschau: Kathrin Fritsche, 2. Vorsitzende des Kunstkreises Gräfelfing, vor der Alten Stefanuskirche, einem von zwölf Ausstellungsorten, darunter acht Kirchen und zwei Aussegnungshallen.

Ausstellung „Glaube, Liebe, Hoffnung“

Kunst als Wegweiser zu sakralen Orten

  • VonStefan Reich
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Der Kunstkreis Gräfelfing kündigt seine nächste spektakuläre Aktion an. Im Sommer 2018 nimmt er die Gräfelfinger Kirchen in Beschlag.

Gräfelfing – Kunst spielt in der Kirche seit jeher eine große Rolle. Altäre, Glasfenster oder Heiligenbilder ordnen sich aber meist dem Zweck der Vermittlung einer religiösen Botschaft unter, dem der Kirchenbau ja dient. Oder die sakrale Kunst ist Prunk und Machtbeweis. Immer wieder führte sie deshalb zu erbitterten Streitigkeiten, etwa zum Bilderstreit zwischen Ost- und Westkirche oder zum reformatorischen Bildersturm. Heute öffnen sich Kirchen auch der zeitgenössischen Kunst – so wie demnächst die Kirchen in Gräfelfing.

Der Kunstkreis Gräfelfing, der mit seinen Ausstellungen schon mal ein Kieswerk, ein landwirtschaftliches Gut oder auch großflächig den öffentlichen Raum in Gräfelfing bespielt, hat sich für seine nächste große Aktion sakrale Orte im Gemeindegebiet ausgeschaut und stieß in den Pfarrämtern auf offene Ohren. In sechs Gräfelfinger Kirchen, den zwei Aussegnungshallen, der Bäckerkapelle und am Kreuz am Eichendorffplatz werden 30 teils international gefragte Künstler vom 23. Juni bis zum 15. August eigens für das Projekt gefertigte Werke zeigen: Bilder, Objekte und Performances sowie Klang-, Licht- und Video-Installationen. Bespielt werden zudem die Waldkirche und St. Georg in Planegg.

„Bei der Recherche haben wir erst festgestellt, wie viele solcher Orte es hier gibt, die die meisten Menschen aber kaum wahrnehmen“, sagt Bettina Kurrle, die Vorsitzende des Kunstkreises. Führungen zu jeweils mehreren Ausstellungsorten sollen den Besuchern die Vielfalt der sakralen Bauten näherbringen.

Dass die Pfarrämter sich dafür offen zeigten, freut Kurrle besonders. Auch wenn die gezeigten Objekte sich teilweise stark von der sonst in Kirchen zu findenden sakralen Kunst unterscheiden dürften, hat das Motto, zu dem die Künstler arbeiten sollen, wohl auch dazu beigetragen: Mit den Schlagworten „Glaube, Liebe, Hoffnung“ aus dem 1. Korintherbrief, die als göttliche Tugenden gelten, ist die Ausstellung überschrieben. Wie genau die Beteiligten das Motto umsetzen werden, bleibt aber noch geheim.

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