Geplanter Lückenschluss am Tunnel-Westportal: Die Lärmschutzwände im Norden (li.) und im Süden will die Gemeinde bis zur Maria-Eich-Straße verlängern und auch auf einer neuen Brüstung über dem Tunnelmund fortsetzen.
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Geplanter Lückenschluss am Tunnel-Westportal: Die Lärmschutzwände im Norden (li.) und im Süden will die Gemeinde bis zur Maria-Eich-Straße verlängern und auch auf einer neuen Brüstung über dem Tunnelmund fortsetzen.

Für 1,15 Millionen Euro

Lärmschutz-Projekt am Autobahntunnel

  • Martin Schullerus
    VonMartin Schullerus
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Für rund 1,15 Millionen Euro will die Gemeinde Gräfelfing an der A 96 punktuell besseren Lärmschutz realisieren. Dabei kommt ihr die geplante Tunnelsanierung der Autobahn GmbH zugute.

Gräfelfing – Die Lärmsanierung am Westportal des Tunnesl ist nur ein Fragment der möglichen Gesamtmaßnahmen entlang der A 96 in Gräfelfing, die eine Machbarkeitsstudie vor Jahren aufzeigte. Doch die Gelegenheit zur Umsetzung ist günstig, und die Gemeinde will sie ergreifen, um endlich eine greifbare, bauliche Verbesserung des Lärmschutzes an der Autobahn zu erreichen, die den Ort seit Jahrzehnten durchschneidet.

Die Autobahn GmbH (früher: Autobahndirektion Südbayern) plant bekanntlich, den Gräfelfinger Autobahntunnel, der eigentlich aus einer Reihe von Brückenbauwerken besteht, zu sanieren. Der Stahlbeton aus den frühen 70er Jahren ist marode. An diese umfangreichen, langwierigen Bauarbeiten (Spritzbeton von unten, neue Abdichtung von oben), die 2022 beginnen, will die Gemeinde sich dran hängen. Das erspart Kosten von bis zu zwei Millionen Euro im Vergleich zum Alleingang.

Geplant ist, die beidseitigen Lärmschutzwände im Westen, die deutlich vor der Tunnelmündung enden, bis an den Tunnel zu verlängern und auch auf der Brückenbrüstung an der Maria-Eich-Straße 3,5 Meter hoch zu ziehen – hier transparent ausgeführt. Außerdem will die Gemeinde die Tunnelwände im Westen auf einer Länge, die der doppelten Fahrbahnbreite entspricht, mit schallschluckenden, gelochten Aluminium-Elementen auskleiden – statt der hallenden, glatten Kacheln.

Und schließlich gehören zum Gesamtpaket eine Erneuerung des Flüsterasphalts nach Abschluss der Bauarbeiten und die Versuche, eine feste Radaranlage und eine Tempo-Harmonisierung zu erreichen.

Markus Staller vom Büro Suess-Staller-Schmitt erläuterte im Ausschusss für Umwelt, Energie und Mobilität am Donnerstag das bauliche Vorhaben, Andrea Höcker von Möhler und Partner referierte die schalltechnische Untersuchung. Sie nannte die Reduzierung um 15 dB am nächstgelegenen Haus „enorm“ und empfahl die Realisierung als sinnvoll, machte jedoch auch keinen Hehl daraus, dass „diese Lärmschutzwände in 100 Metern Entfernung nichts bewirken“.

Bürgermeister Peter Köstler sagte: „Dies löst nicht die gesamte Lärmproblematik in Gräfelfing, ist aber eine massive Verbesserung im direkten Umfeld.“ Die Gemeinde solle diese Chance jedenfalls wahrnehmen. Die Autobahn GmbH sei für ein paralleles, abgestimmtes Vorgehen offen. Dem wollten sich auch die Gemeinderäte nicht verschließen und empfahlen die weitere Planung des Projektes einstimmig.

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