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Große Tradition, große Probleme: Das „Lochhamer’s“ weist einen so erheblichen  Sanierungsbedarf auf, dass die Gemeinde Gräfelfing als Eigentümerin mittelfristig sogar einen Komplettabriss und Neubau in Betracht ziehen will.

Gemeindliche Gaststätte ein Sanierungsfall

Lochhamer’s droht der Abriss

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Die traditionsreiche Gräfelfinger Gaststätte „Lochhamer’s“, früher „Lochhamer Einkehr“, steht zur Disposition. Angesichts hohen Sanierungsbedarfs beschloss der Bauausschuss überraschend nur Notmaßnahmen, um parallel einen mittelfristigen Abriss und Neubau zu prüfen.

Gräfelfing– Als Architektin Claudia Haberl ihre lange Mängelliste aufgezählt hatte, stand manchem Gemeinderat der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Und die Registrierkasse im Kopf stoppte erst bei 1,5 Millionen Euro. So viel würde es kosten, den gesamten, maroden Nord-Anbau der gemeindeeigenen Gaststätte abzureißen und zu ersetzen. Haberls Horrorliste umfasste unter anderem einen Kühlbereich mit tropfnassen, schimmligen Wänden, extremem Energieverbrauch, erneuertem Motor, weil mangels guter Isolierung die Kühlung rund um die Uhr läuft, Lichtschaltern, aus denen das Eis quillt. Alle paar Monate müssten Maler anrücken, um die Auflagen des Gesundheitsamtes einhalten zu können. Der Sanitärbereich leide unter häufig verstopften Toiletten samt Geruchsbelästigung. Der Gastraum sei zugig und kühl und teuer zu heizen. In der Küche habe eine Spülerin schon einen Stromschlag an einer korrodierten Steckdose bekommen. Das Norddach sei verrostet und undicht, die Fassade bröckle ab, die Elektroanlage sei veraltet.

Claudia Haberl schlug einen teilweisen oder ganzen Abriss und Neubau des Nordtrakts vor. Architekt Bertold Ziersch, Fachberater des Bauausschusses, ging noch einen Schritt weiter: Es solle die grundsätzliche Frage geklärt werden, ob man 1,5 Millionen Euro in den Nord-Anbau und noch mal die gleiche Summe in den ebenfalls maroden Altbau stecken wolle – oder das Grundstück samt Parkplatz und Biergarten gleich überplanen, hochwertig und etwas dichter bebauen wolle, auch mit Tiefgarage und Wohnungen. Schließlich sei die Lage gut und die Gemeinde zu Wirtschaftlichkeit angehalten. Eine Gaststätte samt Biergarten könne wieder Teil des Konzeptes sein.

Diese Argumente trafen auf offene Ohren, und Bauamtsleiterin Elisabeth Breiter lieferte dafür einen praktischen Lösungsweg, der einstimmig beschlossen wurde: Zunächst soll nur der Kühlbereich, der den größten Handlungsdruck aufweist, abgerissen werden. Bis zum Ende des aktuellen Pachtvertrages im Jahr 2024 soll ihn ein gemieteter oder gekaufter Kühlcontainer ersetzen. Währenddessen kann in Ruhe eine Überplanung des Geländes abgewogen werden.

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