Städtebaulicher Entwurf

Lochhams neue Ortsteilmitte

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Nicht nur der Jahnplatz als Lochhamer Ortsteilzentrum westlich der Bahn strebt derzeit einer städtebaulichen Neuordnung und Aufwertung entgegen. Auch im Osten des Bahnhofs stehen mehrere große bauliche Veränderungen an. Grund genug für die Gemeinde Gräfelfing, die Entwicklung rechtzeitig in eine städtebaulich sinnige Ordnung zu führen. Dazu präsentierte Architekt Klaus Molenaar nun erste Überlegungen im Bauausschuss.

Gräfelfing– Das inzwischen von der Gemeinde betriebene Alten- und Pflegeheim Rudolf- und Maria-Gunst-Haus (RMG) muss in nächster Zukunft entweder umfassend saniert und neu strukturiert oder gleich ganz neu gebaut werden; die Untersuchungen dazu laufen noch. Jenseits der Lochhamer Straße will die evangelische Michaelskirche auf ihrem Gartengrundstück eine größere Anlage mit günstigen Mietwohnungen errichten, unter anderem für eigene Mitarbeiter. Und schließlich ist auch der Pschorrhof an der Ecke Lochhamer- / Friedenstraße, soweit in die Jahre gekommen, dass die Betreiber-Familie Langemann einen Neubau ins Auge gefasst hat.

Auf Merkur-Anfrage sagte Oliver Langemann: „Das Haus ist alt, es zwickt vorne und hinten.“ Man wolle „so bald wie möglich“ den Neubau angehen. Er soll etwas kleiner werden, keine Gästezimmer mehr beherbergen, dafür ein paar Wohnungen und eine neu strukturierte Gaststätte mit Biergarten.

Klaus Molenaar schwebt eine „neuere Lochhamer Mitte“ in diesem Bereich vor, als Gegenentwurf zum Jahnplatz, dem eher traditionellen, älteren Teil. Der Neubau auf dem Kirchengrundstück müsse korrespondieren mit einem möglichen Altenheim-Neubau gegenüber und das Tor bilden zu einer „angedeuteten Platzsituation“, die Molenaar schaffen möchte. Dazu würde er die Zufahrten zu Pschorrhof und Altenheim von der Lochhamer Straße aufgeben und stattdessen in diesem Bereich zwischen den neuen Gebäuden den dann gut sichtbaren Biergarten offen situieren. Die Zufahrt erfolge dann nur noch von der Friedenstraße aus. So würde auch ein verkehrsberuhigter Bereich zwischen der Einmündung Lindenstraße und der Friedenstraße möglich. Der neue Pschorrhof würde näher am Straßeneck stehen als heute, mit Terrassengeschossen, die sich Richtung Altenheim und Kirche orientieren. Diese städtebauliche Anordnung könne auch stufenweise umgesetzt werden beziehungsweise funktioniere auch mit einem lediglich sanierten RMG. Selbst spätere Erweiterungen des Altenheims Richtung Friedenstraße sah der Entwurf vor.

Im Bauausschuss stieß diePräsentation auf verhaltenes Echo. Jörg Scholler (FDP) sagte in Richtung des Architekten: „Sie als Städteplaner dürfen natürlich träumen.“ Florian Ernstberger (BVGL) fühlte sich etwas überfahren von der weit reichenden Neugestaltung und stellte in Frage, ob mit diesem Entwurf „alles so schnell“ gehen müsse. Bürgermeisterin Uta Wüst betonte, dazu sei jetzt „genau der richtige Zeitpunkt“, weil Kirche und Pschorrhof bauen wollten. Nun sollen die Fraktionen zunächst intern darüber beraten.

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