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Da helfen Schaufel und Besen nicht mehr weiter: Gudrun Moll muss ihre Terrasse inzwischen zweimal jährlich kärchern, um die schwarzen Ablagerungen aus der Luft zu entfernen. Sie sieht die Ursache im überbordend en Verkehr.

Berechnungen und Befindlichkeiten zur Verkehrsbelastung in Gräfelfing

Luftverschmutzung unter dem Grenzwert

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Die Verkehrslage in Gräfelfing ist für viele unbefriedigend, für manchen untragbar. Vor der Bürgerwerkstatt zu diesem Thema hat die Gemeinde Zahlen zur Luftverschmutzung ermitteln lassen. Die geben auf ganzer Linie Entwarnung. Wie die Bürger die Belastung subjektiv empfinden, steht auf einem anderen Blatt.

Gräfelfing– Wenn am Mittwochabend Gräfelfinger im Bürgerhaus zusammenkommen, um über drei Stunden das Thema Verkehr in Arbeitsgruppen zu erörtern, wird neben dem Lärm auch die Luftverschmutzung durch Feinstaub und Stickoxide zur Sprache kommen. Auf Merkur-Anfrage gab die Gemeindeverwaltung jetzt Zahlen bekannt, die das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) im Auftrag der Gemeinde ermittelt hat. Demnach liegen an allen untersuchten Stellen – die Experten griffen sich jene mit der größten Verkehrsexposition heraus – die Belastungen jeweils weit unter den aktuellen Grenzwerten.

Untersucht wurden die Staatsstraßen auf Abschnitten der Pasinger- und der Würmtalstraße. Außerdem die Adresse Maria-Eich-Straße 18, die mit 21 Metern der A 96 am nächsten liegt. Das LfU führte keine Messungen durch, sondern beschränkte sich vorerst auf Hochrechnungen ausgehend von den jeweiligen aktuellen Verkehrszahlen, samt eigens beziffertem Schwertlastverkehr. Demnach lag die errechnete Feinstaubbelastung der Kategorie PM10 an der Pasinger Straße bei 17 mg/m3 Luft, an der Würmtalstraße bei 15 und an der Maria-Eich-Straße 18 bei 20. Der Grenzwert beträgt 40 mg/m3. Ähnlich beim Feinstaub PM2,5: Den Grenzwert von 25 mg/m3 unterschritten die drei untersuchten Stellen im Ortsgebiet mit 12, 11 und 14 mg/m3 deutlich. Auch beim Stickstoffdioxid (NO2) lag die Belastung mit 28, 21 und 33 weit unter dem Grenzwert von 40 mg/m3. Dabei handelt es sich jeweils um Jahresmittelwerte.

Bürger wie Gudrun Moll, die unweit der A 96 wohnt, lassen diese Zahlen freilich nur bedingt aufatmen: Das persönliche Empfinden, die Wahrnehmung vor der eigenen Haustür sprechen eine andere Sprache. Gudrun Moll: „Inzwischen muss ich die Natursteinplatten meiner Terrasse zweimal jährlich kärchern lassen, um den schwarzen Belag wegzukriegen. Das war früher nicht so.“ Zudem klagt die Lochhamerin über Atemwegsbeschwerden, die täglich schlimmer würden, und sagt: „Die zunehmende Belastung haben auch viele meiner Bekannten festgestellt.“ Die veröffentlichten Zahlen nimmt sie zur Kenntnis. „Das muss ich mangels eigener Messungen jetzt so glauben. Aber es beantwortet nicht die Frage nach dem Grund für die gestiegene Belastung“, so Moll.

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