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Der Gräfelfinger Gemeindekindergarten Spatzennest ist von einem massiven Wasserschaden betroffen, der Betrieb vorerst umgesiedelt. Ob das Gebäude zu erhalten ist, steht offenbar noch nicht fest.

Kindergarten geräumt

Massiver Wasserschaden im „Spatzennest“

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Ein Wasserschaden ist immer eine unliebsame Überraschung. Im Fall des Gräfelfinger Gemeindekindergartens Spatzennest könnte er einer mittleren Katastrophe gleichkommen. Noch ist unklar, ob eine Sanierung oder ein Neubau wirtschaftlicher ist.

Gräfelfing - Als die Gemeindeverwaltung im Sommer 2018 erstmals von einem Wasserschaden im Kindergarten an der Steinkirchner Straße hörte, klang alles noch recht undramatisch. Im Bereich der Sanitäranlagen war Feuchtigkeit festgestellt worden. Die Fehlersuche begann. Was damals niemand ahnen konnte: Die Suche dauert bis heute an; ein Ende ist nicht in Sicht. Und sie fördert laufend neue Hiobsbotschaften zu Tage.

 Zunächst stellten die beauftragten Handwerker fest, dass in der Wand hinter einem Waschbecken ein Kupferrohr ein stecknadelgroßes Leck aufwies. Daraus war über längere Zeit Wasser in homöopathischen Dosen in die Wand ausgetreten – ein auf den ersten Blick überschaubarer Schaden, wie er theoretisch in jeder Wohnung mal auftreten kann, unabhängig vom Baujahr.

 Doch als die Handwerker ermitteln wollten, wie weit die Nässe reichte, stellte sich heraus, dass die Feuchtigkeit sich bis in die Küche zog, in den Flur und weiter in die westliche Wand. Immer mehr Flächen musste die Gemeinde aufbrechen lassen, um das gesamte Schadensbild zu bekommen. Unter laufendem Betrieb ging das nur in den Abendstunden. „Wir haben auch immer wieder die Luft auf Schadstoffe untersucht; es gab zu keinem Zeitpunkt Auffälligkeiten“, sagte Bauamtsleiter Markus Ramsauer auf Anfrage.

 Trotzdem zog er in den Weihnachtsferien die Notbremse: Die beiden Kindergartengruppen siedelten in frei gewordene Hort-Räume am Adalbert-Stifter-Platz um. Seither hat das Untersuchungsteam unter Leitung von Architekt Rolf Unser freie Hand und kommt schneller vorwärts. Einen Zwischenbericht wird Unser dem Bauausschuss in der nächsten Woche liefern. Dem Vernehmen nach handelt es sich vermutlich um unabhängig voneinander aufgetretene Schadensfälle. Neben dem akuten Wasserschaden, dem Rohrleck im Sanitärbereich, muss auch auf andere Weise Wasser in und unter das Gebäude gedrungen sein. Auf welche Weise und in welchem Umfang, lässt sich abschließend immer noch nicht sagen. Schlimmstenfalls ist der Schaden so weitreichend, dass ein Abriss nötig wird.

 Als eine der Ursachen nicht auszuschließen ist jedenfalls die spezielle Bauweise dieses Kindergartens. Er entstand in einer Hau-Ruck-Aktion im Sommer 2001 und wurde am 11. September von Bürgermeister Eberhard Reichert eingeweiht. Damals wuchsen die Zahl der Kinder in Gräfelfing und zugleich die Ansprüche der Eltern an die Kinderbetreuung so rasant, dass die Gemeinde mit der Schaffung von Plätzen kaum hinterherkam. Zumal sie sich damals schon der Maxime verschrieben hatte, den Platzbedarf stets zu decken. Vor allem aus Zeitnot baute man also das Spatzennest ohne Unterkellerung in einer Fertigbauweise mit Metallrahmen. Der später in Holzständerbauweise errichtete Anbau, der eine Kinderkrippe beherbergt, ist von dem Schaden nicht betroffen.

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