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Mobiler Mobilfunk: Dieser Vodafone-Antennenmast auf Rädern zog jetzt vom Elektromarkt-Parkplatz auf die gegenüberliegende Seite der Autobahn um.

Von einem Provisorium zum nächsten

Mobile Antenne rollt auf neuen Standort

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Und sie bewegt sich doch: Die provisorische Mobilfunk-Sendeanlage, die seit 2016 ohne Genehmigung auf dem Parkplatz des Elektromarktes an der Pasinger Straße in Gräfelfing stand, ist umgezogen. Allerdings nur 100 Meter weiter, auf die andere Seite der Autobahn. Von Dauer soll auch diese Situierung nicht sein, verspricht der Betreiber Vodafone.

Gräfelfing– Es sieht nach einem weiteren Kapitel einer endlosen Geschichte aus, doch Vodafone-Sprecher Volker Petendorf beschwichtigt. Sein Unternehmen arbeite mit Hochdruck und guter Aussicht auf baldigen Erfolg an einer dauerhaften Lösung für einen Mobilfunkstandort in diesem Bereich, sagte Petendorf auf Merkur-Anfrage. Befürchtungen, der neue provisorische Standort könne wieder von jahrelanger Dauer sein, seien unbegründet.

Die Gemeinde Gräfelfing und das Landratsamt München hören die Nachricht wohl, wollen jedoch nach Erfahrungen der letzten Jahre die Entwicklung äußerst aufmerksam im Blick behalten. „Wir waren ganz überrascht vom Umzug der mobilen Sendeanlage auf den neuen Standort an der Autobahn und haben nur von Bürgern davon erfahren“, hieß es seitens der Bauleitplanung im Gräfelfinger Rathaus. Der Mobilfunkmast auf Rädern sei als sogenannter fliegender Bau für drei Monate genehmigungsfrei. Er steht auf einem Grundstück der Autobahndirektion Südbayern, in der Ausfahrtschleife der Anschlussstelle Gräfelfing aus München kommend. Die Gemeinde habe das Landratsamt über den Standortwechsel informiert; die Genehmigungsbehörde werde die Fristen ebenso wie die Gemeinde im Auge behalten.

Verzwickte Suche nach Ersatzstandort

Wie berichtet, hatte es wegen der provisorischen Anlage auf dem Elektromarkt-Parkplatz Ärger gegeben. Die Antenne war zuvor auf einem 110-KV-Strommast im Gewerbegebiet montiert. Als der 2016 ausgetauscht werden musste, wich Vodafone mit einer temporären Anlage auf den Parkplatz an der Ecke Pasinger Straße / Kleinhaderner Weg aus, um die Versorgung zu gewährleisten, bis ein fester Ersatzstandort gefunden sei. Dieser Prozess zog sich lange hin und ist bis heute nicht beendet. Einer ersten, befristeten Genehmigung bis Juni 2017 stimmte die Gemeinde zu. Doch das Landratsamt verweigerte sie, weil Unterlagen fehlten. Als Vodafone die Befristung bis Ende 2020 verlängert haben wollte, lehnte im März 2019 auch die Gemeinde ab: Sie warf Vodafone mangelnde Zusammenarbeit vor. Das Unternehmen habe auf wiederholte Schreiben und Unterlagen-Anforderung gar nicht geantwortet, so das Bauamt.

Plötzlich kein Netz mehr

Am 15. Juli zog Vodafone die Konsequenz – und der Anlage den Stecker. Was folgte, beschreibt Sprecher Petendorf mit „Riesenärger mit Geschäftskunden und Anwohnern“, die plötzlich ohne adäquaten Mobilfunk-Empfang dastanden und gar Einnahmenverluste ins Feld führten. Flugs suchte und fand Vodafone mithilfe der Autobahndirektion den nun belegten Ersatzstandort; das Funkloch war wieder geschlossen.

Wie lange die temporäre Anlage stehen wird, lässt sich laut Volker Petendorf noch nicht genau sagen. „Wir sind in abschließenden Verhandlungen für einen festen Standort in diesem Bereich, nur einige 100 Meter entfernt“, sagt der Sprecher. Diese neue Anlage solle 5G-fähig sein und werde bis zu 200 000 Euro kosten. Sie solle auf alle Fälle 2020 ans Netz gehen, in einem fließenden, lückenlosen Übergang. Das Gelände des Elektromarktes dürfte dafür kaum in Frage kommen: Der Bauausschuss hat hier eine Veränderungssperre verhängt, um Mobilfunk auszuschließen.

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