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Mobilfunk-Konzept auf dem Papier prima

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Von: Martin Schullerus

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Eine aktuelle Expertise bestätigt: Das viel diskutierte Gräfelfinger Mobilfunk-Konzept funktioniert aus technischer Sicht prima. Allerdings erst in Zukunft. Denn heute steht es großteils nur auf dem Papier.

Gräfelfing – Es hatte seinen guten Grund, dass der Bürgerverein Gräfelfing-Lochham (BVGL) 2019 beantragte, die Zukunftsfähigkeit des Gräfelfinger Mobilfunk-Konzeptes zu überprüfen. Anlass waren neue Technologien wie 5 G – und eine miserable Mobilfunk-Abdeckung der Bereiche westlich der Bahn. Die Gemeinde nahm den Antrag ernst und beauftragte den Experten Hans Ulrich (früher Umweltinstitut München, heute funktechanalyse.de) mit einer entsprechenden Untersuchung. Die Ergebnisse liegen nun vor.

Im Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität referierte der Diplom-Ingenieur ausführlich und mit vielen technischen Details über die Hintergründe des Gräfelfinger Konzeptes. Es beruht auf der Erkenntnis, dass wenige, hoch gelegene Standorte eine bessere Mobilfunk-Abdeckung bei geringerer Strahlenbelastung sicherstellen – verglichen mit den herkömmlichen, relativ zahlreichen Dachstandorten in den Wohngebieten.

Hans Ulrich belegte das unter anderem mit Vorher-Nachher-Messungen, die der TÜV durchführte, als der erste von sechs so genannten Positiv-Standorten in Betrieb ging – der Antennen-Turm beim TSV-Gelände. Trotz Verdoppelung des Datenvolumens im Zeitraum des Umzugs seien die Immissionswerte beim neuen Standort deutlich geringer als beim alten in der Freihamer Straße. Die gesamte Entlastung durch das Gräfelfinger Mobilfunkkonzept bezifferte der Ingenieur auf 60 Prozent – bei zugleich viel besserer Versorgungsqualität. Das Konzept bedürfe auch bezüglich 5 G keiner Anpassung.

Der Pferdefuß kam erst am Ende zur Sprache: Von diesen sechs Standorten auf Großmasten ist erst einer in Funktion – jener beim TSV. „Der Bereich im westlichen Gräfelfing wird erst mit dem Standort am Neunerberg gut abgedeckt sein“, so Ulrich. Dieser sei möglichst unverzüglich zu realisieren. Dabei hakt es freilich noch an zwei Dingen: dem Baurecht, bei dem sich unter anderem die Gemeinde Planegg querstellt, sowie der Bereitschaft der Mobilfunkbetreiber, die Hochstandorte zu akzeptieren und zu besiedeln. Diese Investitionen seien nun mal „Unternehmensentscheidungen“, so Ulrich. Nun hofft die Gemeinde auf das Jahr 2022. Dann sollen auch die letzten der aktuellen Dach-Mietverträge der Betreiber auslaufen.

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