Im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen

Nach Fahrradkollision: 84-jähriger Gräfelfinger verstorben

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Der 84-jährige Radfahrer, der am Freitag nach einer Kollision in der Gräfelfinger Bahnhofstraße gestürzt war, ist am Montag im Krankenhaus seinen schweren Kopfverletzungen erlegen. Das teilte die Polizei am Dienstag mit.

GräfelfingDer Gräfelfinger Rentner war am Freitagabend kurz vor 19 Uhr mit seinem Fahrrad auf dem kombinierten Geh- und Radweg auf der südlichen Seite der Bahnhofstraße West unterwegs, als er auf Höhe der Hausnummer 19 mit einem neunjährigen Buben zusammenstieß, der ihm mit seinem Fahrrad entgegenkam. Den genauen Unfallhergang und ein etwaiges Verschulden untersucht die Verkehrspolizei derzeit noch.

Sicher ist, dass infolge der Kollision beide Radfahrer stürzten. Der 84-Jährige, der laut Polizei keinen Fahrradhelm trug, erlitt dabei schwere Kopfverletzungen und wurde umgehend zur stationären Behandlung in eine Münchner Klinik gebracht, wo er nun drei Tage später seinen Verletzungen erlag.

Auf Merkur-Anfrage zeigte Bürgermeisterin Uta Wüst sich am Dienstag tief betroffen von dem Unfalltod des Gräfelfinger Seniors. Dieser tragische Ausgang tue ihr für den Verstorbenen, seine Familie, aber auch für den involvierten Neunjährigen sehr leid, so Wüst.

Fahrradangebotsstreifen in der Kritik

Der Fahrradangebotsstreifen, der vor vielen Jahren eingebaut wurde und auf dem sich nun der folgenschwere Unfall ereignete, steht seit Langem in der Kritik. Solche „Angebotsstreifen“sind heute nicht mehr vorgesehen; echte Radwege müssen viel breiter sein. Der farblich markierte Streifen in der Bahnhofstraße hat somit verkehrsrechtlich praktisch keine Bedeutung und ist wie ein Gehweg mit dem Zusatzzeichen „Radfahrer frei“ zu nutzen: Radler dürfen dort nur Schritttempo fahren, und Fußgänger dürfen den markierten Streifen betreten. Missverständnisse sind an der Tagesordnung: Radfahrer benutzen den Angebotsstreifen wie einen Radweg und fahren zu schnell. Und Autofahrer hupen Radfahrer von der Straße – mit Verweis auf den angeblichen Radweg.

Maßnahmen sollen mit Verkehrskonzept kommen

Der Gemeinde ist dieser Handlungsbedarf längst bekannt. Es gab einen Beschluss, eine Beseitigung des Angebotsstreifens im Zuge einer Fahrbahndeckensanierung zu untersuchen. Als der Gemeinderat später ein Gesamtverkehrskonzept in Auftrag gab, sollte dies ein Schwerpunktthema darin sein. Bürgermeisterin Uta Wüst: „Wir wollen keine isolierte Maßnahme vorschnell aus dem Ärmel zaubern, sondern auf alle Fälle auf das Verkehrskonzept warten.“

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