Bill Cosby im Missbrauchsprozess schuldig gesprochen

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Auf dem Bahnhofsplatz gab es hitzige Diskussionen, unter anderem zwischen Jan Mühlstein, Vorsitzender der Liberalen jüdischen Gemeinde München, und Raymund Messmer, Sprecher der Gräfelfinger Grünen, die die Veranstaltung unterstützten.

„Benefizkonzert für Menschenrechte in Gaza“ sorgt für hitzige diskussionen

Nahostkonflikt am Bahnhofsplatz

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Eine Veranstaltung im Bürgerhaus hat am Dienstag den Nahostkonflikt nach Gräfelfing gebracht. Zwar kam es auf dem Bahnhofsplatz zu hitzigen Diskussionen, doch blieb es unter den Augen der Polizei beim Austausch von Argumenten, Statements und Flugblättern.

Gräfelfing – „Benefizkonzert für Menschenrechte in Gaza“ hieß die vom Gräfelfinger Nabil Preuß maßgeblich mitorganisierte Veranstaltung, die schon im Vorfeld für reichlich Aufregung gesorgt hatte. Denn zu hören war nicht nur schöne Klaviermusik des Pianisten Michael Leslie, und es wurde nicht nur für medico international Geld gesammelt zugunsten der Menschen in Gaza, sondern es gab explizit auch eine politische Note: Nirit Sommerfeld, selbst Israelin, hielt eine Rede, in der sie Israel als „Besatzer-Staat“ darstellte und sich dafür stark machte, diese „Besatzung und Blockade“ zu beenden.

Da diese Inhalte so auch schon im Programm standen, formierte sich bereits in den Tagen vor der Veranstaltung Widerstand auf jüdischer Seite. In einem Schreiben an Bürgermeisterin Uta Wüst protestierte der Gräfelfinger Jan Mühlstein, Vorsitzender der Liberalen jüdischen Gemeinde München, gegen die Veranstaltung und bat, sie abzusagen. Er warf den Organisatoren vor, unter dem Deckmantel einer humanitären Veranstaltung eine Verleumdung und Delegitimierung des Staates Israel zu betreiben. Außerdem zeigte Mühlstein sich „zutiefst verstört“ darüber, dass etliche Gräfelfinger Gruppierungen, darunter Grüne, IGG und CSU, die Veranstaltung mit ihrem Logo unterstützten.

Viele weitere Mails mit gleicher Schlagrichtung erreichten Uta Wüst, unter anderem von einer Gruppe von KHG-Schülern. Die Bürgermeisterin, die auch den Gemeinderat auf dem Laufenden hielt, beharrte auf dem Standpunkt, ohne absehbaren Rechtsbruch die Veranstaltung als freie Meinungsäußerung zuzulassen; die Gemeinde sei nicht Organisator.

So beschränkte sich die jüdische Gemeinde darauf, vor der Veranstaltung Flugblätter mit ihrer Sichtweise zu verteilen. In Grüppchen diskutierte man vor dem Bürgerhaus angeregt, teils erregt, ohne sich wirklich näher zu kommen – vor allem nicht inhaltlich. Die Polizei, die mit einigen Kräften vor Ort war, musste nicht eingreifen. Auch die Veranstaltung selbst, der auch Vertreter der jüdischen Gemeinde im Publikum beiwohnten, verlief störungsfrei.

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