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Das RMG-Haus in Lochham führt inzwischen eine gemeindliche GmbH. Über die bauliche und betriebliche Zukunft des Alten- und Pflegeheims muss nun der Gemeinderat entscheiden.

Rudolf- und Maria-Gunst-Haus

Neubau würde 30 Millionen Euro kosten

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Wie geht es weiter mit dem Lochhamer Alten- und Pflegeheim Rudolf- und Maria-Gunst-Haus (RMG)? Eine Projektgruppe legte jetzt im Gemeinderat ihre Empfehlung vor, und die stieß auf ein verhaltenes Echo.

Gräfelfing– Die Zukunft des RMG ist eine Hängepartie. Nach Jahren der Auseinandersetzung mit dem vorherigen Betreiber, dem BRK-Kreisverband, übernahm die Gemeinde im Herbst 2016 mit einer eigenen gemeinnützigen GmbH den Betrieb. Damit war zunächst Zeit erkauft, um ein bauliches und funktionales Zukunftskonzept zu entwickeln. Eine Projektgruppe machte sich ans Werk und trug am Donnerstag ihre Ergebnisse vor.

Die Gruppe, der unter anderem die beiden Geschäftsführer der gGmbH, Hartmut Joithe und Michael Settgast, Bauamtsleiterin Elisabeth Breiter und Architekt Timo Lochner angehörten, geht von zukünftig 60 Plätzen in Vollzeitpflege, 20 Tagespflegeplätzen und bis zu 120 Einheiten im betreuten Wohnen aus. Im Bestand lässt sich dies und weitere gewünschte Funktionen wie ein „Marktplatz“ mit Kiosk, Apotheke und Praxen nicht unterbringen. Zunächst könnte also ein Neubau entstehen, in den die Vollzeitpflege umziehen würde. Sodann habe man die Wahl, den Bestand aufwendig zu sanieren oder abzureißen und ebenfalls neu zu bauen. Ein kompletter Neubau würde 30 Millionen Euro kosten, die Sanierungsvariante nur vier Millionen weniger.

Für den Betrieb kommt ein Eigentümer- oder Investorenmodell in unterschiedlichen Varianten in Frage. Die Projektgruppe empfiehlt, die Gemeindebau Gräfelfing GmbH als Investor heranzuziehen und die gGmbH als Betreiber zu belassen, sprich: alles in kommunaler Hand.

Davon zeigte sich Brigitte Braun (CSU) irritiert. Die Gemeinde sei doch nur eingesprungen, als der BRK-Vertrag auslief, um in Ruhe Konzept und Betreiber zu finden. Letzteres solle man angehen, bevor bauliche Festlegungen die Auswahl eines Betreibers einengen würden.

Auch Florian Ernstberger (BVGL) äußerte sich enttäuscht. Seit der Klausurtagung des Gemeinderates zu diesem Thema seien zweieinhalb Jahre vergangen, und dafür sei das Ergebnis dürftig. Der Fachberater des Bauausschusses, Architekt Bertold Ziersch, gab ihm Recht. Für eine Entscheidungsfindung brauche der Gemeinderat weit genauere Zahlen vor allem zu den jeweiligen Kostenstrukturen.

Bürgermeisterin Uta Wüst verteidigte das Vorgehen. Mit dem Ergebnis der Projektgruppe liege eine „gute Grundlage für die Entscheidungsfindung“ vor; es habe keineswegs Stillstand geherrscht, sondern es seien wichtige Vorschläge zum weiteren Vorgehen erarbeitet worden, die die Ratsfraktionen nun zunächst intern bewerten könnten.

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