Geplante Turn- und Schwimmhalle

3 Millionen Euro Differenz bei Kostenermittlung

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Gräfelfing  -  Die geplante Turn- und Schwimmhalle in Gräfelfing wird deutlich teurer: Von Februar bis November stiegen die erwarteten Kosten von 11,7 auf 14,7 Millionen Euro.

16 Millionen Euro für eine Turn- und Schwimmhalle: Selbst für Gräfelfinger Verhältnisse mit einem Gemeindehaushalt von zuletzt 111 Millionen Euro war es eine gewaltige Zahl, die Architekt Clemens Pollok den Gemeinderäten letzte Woche präsentierte. Dabei durfte nicht allein die schiere Größe nachdenklich machen – sondern auch der Vergleich mit den bisher veröffentlichten erwarteten Kosten. Denn die lagen noch im Februar bei 11,7 Millionen Euro.

Damals waren die Gemeinderäte noch von einer Zweifeldhalle samt Schwimmbad ausgegangen. Eine Kombination, die Pollok mit 9,4 Millionen Euro veranschlagt hatte. Selbst hochgerechnet auf eine Dreifachhalle, wie sie nun beschlossen ist, käme man nur auf 11,7 Millionen Euro. Von den aktuell veranschlagten 16 Millionen müsste man zu Vergleichszwecken wiederum 1,3 Millionen abziehen, die das nun zusätzlich gewünschte Übungsbecken kostet. Bereinigt bliebe immer noch eine Differenz von drei Mio. Euro. „Eine Unschärfe von drei Millionen Euro ist eine enorme Zahl“, bekannte Clemens Pollok auf Merkur-Anfrage. Sie lässt sich zwar erklären, aber nicht wegdiskutieren. Jedenfalls nicht ganz.

Soviel vorweg: Selbst Mario Draghis Bazooka-Geldpolitik für mehr Inflation schafft es nicht, in einem halben Jahr eine Preissteigerung von 25 Prozent zu erzeugen. Die enorme Differenz entsteht durch ein unterschiedliches zugrundeliegendes Raumprogramm. „Für die Zahlen vom Februar hatten wir keine Vorgaben der Regierung, sondern die Annahme getroffen, dass in dem kargen Rahmen der bisherigen Halle gebaut wird“, so Pollok. Zwischenzeitlich lagen die Forderungen der Regierung an eine solche Sportstätte vor, wenn sie denn wettkampftauglich und von der Regierung gefördert sein soll. Und dieses Raumprogramm sieht eine weit höhere Nutzfläche vor. Auf Grundlage der Nutzfläche wiederum errechnen sich weitere Flächen wie Verkehrsfläche und technische Funktionsfläche, und zwar pauschal durch prozentualen Aufschlag. So kommt es, dass eine höhere Nutzfläche insgesamt eine weit größere Mehrung nach sich zieht. Zusätzliche 220 m2 ergaben sich zum Beispiel allein aus der auf drei Meter Breite angesetzten Umlauffläche rund ums Becken. Auch die Technikfläche fiel nun mit „riesigen 500 m2“ (Pollok) weit größer als in der alten Halle aus. Insgesamt lag die Flächenmehrung bei 1100 m2 – was bei den Baukosten laut Pollok just jene drei Millionen Euro nach sich zieht.

Die gute Nachricht: Der Gemeinde steht es frei, das förderfähige Raumprogramm der Regierung nicht zu erfüllen. Pollok: „Da haben wir Stellschrauben, über die mindestens 1,5 Millionen Euro eingespart werden können.“ Zumal die wohlhabende Gemeinde Gräfelfing ohnehin kaum mit Zuschüssen rechnen dürfe.

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