Konstruktive Stimmung im Umweltausschuss

Neuer Anlauf für Lärmschutz an A 96

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Die Gräfelfinger Gemeinderäte wollen einen neuen Anlauf nehmen, für effektiven Lärmschutz entlang der Lindauer Autobahn im Ortsbereich zu sorgen. Den Anstoß gab ein Antrag der IGG.

Gräfelfing– Im Ausschuss für überörtliche Angelegenheiten und Umweltfragen, gemeinhin kein Publikumsmagnet, herrschte am Donnerstagabend schon eine fast konspirativ-konstruktive Stimmung. Man bestärkte sich gegenseitig, schwor sich auf das gemeinsame Ziel ein, ermahnte sich und alle anderen zur Disziplin – zur Haushaltsdisziplin. Die wird nötig sein. Denn auch die Vielzahl kleinerer Maßnahmen, die nach neuer Stimmungslage die als illusorisch diskreditierte Tunnel-Lösung ersetzen und ins Reich der Wünsche entsorgen sollen, werden Geld kosten. Viel Geld.

Benno Stübner erläuterte den IGG-Antrag. Wenngleich inhaltlich eher eine Aufnahme alter (und gescheiterter) Gedankenspiele, fanden die Kollegen im Gremium wieder Gefallen an einem neuen Anlauf. Konkret schlägt der Antrag wirksame Maßnahmen unterhalb der Maximallösung vor, an erster Stelle die sich konkav über die Autobahn beugenden Parabolwände, wie sie am Beginn der A 9 zu sehen sind. Diese würden 3,5 Millionen Euro kosten – pro Kilometer und pro Fahrbahnseite, wären also deutlich günstiger als die in der Machbarkeitsstudie vorgesehene Mischung aus Galerie- und Tunnellösung. Und laut IGG „in absehbarer Zeit und im finanzierbaren Rahmen der Gemeinde durchführbar“.

Außerdem fordert der einstimmig verabschiedete Antrag ein Tempolimit von 60 km/h für Lastwagen nachts und die Verlängerung der 80er-Zone nach Westen. Zusätzlich könne eine ständige Messung der Luftqualität das Tempolimit laufend den aktuellen Werten anpassen.

Jörg Scholler (FDP) riet, diese Vorschläge schrittweise umzusetzen, je nach Kosten und Bedarf. Und vor allem schleunigst mit dem Sparen zu beginnen. Bürgermeisterin Uta Wüst zeigte sich offen dafür, jährlich einen festen Betrag für dieses Ziel in eine Rücklage zu geben.

Thomas Heidenreich (CSU) forderte, die Maßnahmen zu priorisieren, Geld dafür einzuplanen und rief zu gemeinschaftlicher Haushaltsdisziplin auf: „Wir haben ja nichts dafür vorgesehen. Nur mit Reden kommen wir nicht weiter.“ Für dieses Ziel, so Fraktionskollegin Petra Schmid, reiche auch nicht „ein Milliönchen pro Jahr“, sondern müsse der Haushalt umstrukturiert werden.

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