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Es musste schnell gehen, als man in Gräfelfing im Sommer 2015 bis zu 200 Flüchtlinge in der KHG-Halle unterbringen sollte. Unser Foto zeigt Rathaus-Mitarbeiterin Sabine Strack und einen Mitarbeiter einer Umzugsfirma.  

Handwerker haben das Sagen am Kurt-Huber-Gymnasium

Neuer Hallenboden für 360 000 Euro

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Für die nächsten drei Monate haben in der Dreifachturnhalle am Kurt-Huber-Gymnasium die Handwerker das Sagen. Der kaputte Sportboden wird ausgetauscht – samt Fußbodenheizung. Kostenpunkt: 360 000 Euro.

Gräfelfing – Am Freitag tanzten noch die Abiturienten des Kurt-Huber-Gymnasiums in der Dreifachhalle auf ihrem Abi-Ball in die neue Freiheit. Am Montag war Schluss mit lustig: Die Mitarbeiter der Firma NHP Bau rückten an. Für 105 000 Euro werden sie in den nächsten Wochen den kaputten Hallenboden herausreißen und entsorgen. Dabei war er noch gar nicht so alt.

Als das Landratsamt München im Sommer 2015 bis zu 200 Flüchtlinge in der Halle unterbrachte, musste es schnell gehen. Helfer richteten die Notunterkunft praktisch über Nacht her. Die Filzmatten, die den Boden schützen sollten, waren ein gut gemeinter Versuch, mehr nicht. Wie berichtet, stellte ein Gutachter nach der Räumung der Halle fest, dass die rostigen Rohre der Bettgestelle, aber auch andere unsachgemäße Nutzungen dem etwa zehn Jahre alten Boden den Rest gegeben hatten und ein Austausch nötig war.

Da traf es sich ganz gut, dass der indirekte Verantwortliche für die Schäden zugleich Sachaufwandsträger der Halle war – das Landratsamt München. Nach Absprache mit der Gemeinde stellte der Kreis in den Haushalt für 2017 das Geld für einen neuen Boden ein. Und wenn man schon dabei war, inklusive einer neuen Fußbodenheizung; die alte stammt noch aus den 1980er Jahren, als die Halle errichtet wurde.

Insofern sieht man die Investition im Gräfelfinger Rathaus recht gelassen. Bauamtsleiterin Elisabeth Breiter, bei der die Fäden zusammenlaufen, sagt: „Ob und wieviel Geld der Kreis von der Regierung von Oberbayern für die Nutzung durch die Flüchtlinge erstattet bekommt, hängt unter anderem vom Restwert des Bodens ab, den ein Gutachter beziffert hat. Aber für die Gemeinde ist das eine nachrangige Frage.“

Wichtiger ist, dass der neue Boden hochwertig ist und die Halle möglichst bald nach Beginn des Schuljahres wieder zur Verfügung steht. Breiter: „Wir rechnen damit, Ende September fertig zu sein.“ Die Schließung einen Monat vor Ferienbeginn habe die Schulleitung als unproblematisch hingenommen, so Breiter. Immerhin lässt sich der Schulsport im Juli meist ins Freie verlagern. Auch der TSV Gräfelfing, dessen Handballer von der HSG Würm-Mitte die Halle nutzen, habe Verständnis gezeigt.

Zum Trost für die Einschränkungen dürfen sich die Schüler und Sportler auf einen hochwertigen Sportboden freuen, der deutlich besser sein wird als der alte. „Wir wechseln von einem misch-elastischen zu einem flächen-elastischen Boden, der gelenkschonender ist“, sagt Elisabeth Breiter. Der hellblaue Vinylsportbodenbelag, der gerade mal zwei Millimeter dick ist, kommt mit einem Nachhaltigkeitszertifikat und enthält Weichmacher auf biologischer Basis.

Er ist allerdings nur die oberste, sichtbare Deckschicht. Auf dem Estrich liegt zunächst eine Dämmung, darauf eine OSB-Platte, auf der in einem Hohlraum, den Abstandshalter sichern, die Fußbodenheizung verlegt wird. Darüber liegt eine Sperrholzplatte (15 Millimeter), auf der wiederum der Vinylbelag klebt.

Außerdem dürfen die Sportler sich über neue, leichtere Alu-Stangen für das Volleyball-Netz freuen, einen neuen Einstichkasten für die Stabhochspringer, die dann auch in der Halle trainieren können, sowie über neue Halterungen für die Handball-Tore.

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