Der neue Erweiterungsbau des Gräfelfinger Rathauses (links, vorne), wie ihn Architekt Ruppert Biedermann vorschlägt.
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Der neue Erweiterungsbau des Gräfelfinger Rathauses (links, vorne), wie ihn Architekt Ruppert Biedermann vorschlägt.

Pläne vorgestellt

Erweiterung des Gräfelfinger Rathauses

  • Martin Schullerus
    vonMartin Schullerus
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Das Gräfelfinger Rathaus, erbaut 1968, ist nicht nur mit seinem puristischen Sichtbeton ein Kind seiner Zeit (und ein energetisches Fiasko), sondern inzwischen auch viel zu klein. Während Bürgermeisterin Uta Wüst es schaffte, das Rathaus als Baudenkmal unter Schutz zu stellen, legt ihr Nachfolger Peter Köstler mehr Wert auf die praktischen Belange der Verwaltung: eine zeitgemäße Erweiterung.

Gräfelfing – Am Donnerstag präsentierte Architekt Ruppert Biedermann, der Sohn des Erbauers, im Bauausschuss Pläne für einen zusätzlichen Trakt. Unter den Bedingungen des Denkmalschutzes griff er auf einen Entwurf zurück, den sein Vater bereits als mögliche Erweiterung angedacht hatte, und verlieh ihnen ein zeitgemäßes Erscheinungsbild. So behielt er die Material- und Formensprache des Sichtbetons bei, ersetzte die dunklen Edelholzfenster jedoch durch hellere Eichen-Fensterrahmen.

Ebenerdiger Solitärbau mit begrüntem Dach

Der Anbau verdient diesen Namen eigentlich nicht: Es ist ein ebenerdiger Solitärbau mit begrüntem Dach, der sich auf dem heutigen Parkplatz im Westen des Rathauses parallel zur Fassade des Bestandsgebäudes hinzieht und mit dieser einen neuen, kleinen Innenhof umschließt. Erschlossen wird der L-förmige Neubau durch einen Durchgang aus dem bestehenden eingeschossigen Flügel, der in Ost-West-Richtung verläuft.

Der Neubau würde laut Architekt Biedermann sieben bis acht Büroräume beherbergen und könnte unterkellert werden, um Nebenräume unterzubringen (nicht Aufenthaltsräume) – was Bürgermeister Köstler sehr befürwortete. Die Büro-Kapazität des Rathauses könnte auf diese Weise um rund ein Viertel wachsen.

16 Autostellplätze fallen weg

Der Nachteil: Die aktuell 16 Autostellplätze hinter dem Rathaus würden allesamt entfallen; nur noch für eine Fahrraddurchfahrt und Fahrradstellplätze bliebe Platz. Eine Kompensierung der Parkplätze bleibe eine der Aufgaben, bevor es zu einem Beschluss über die Erweiterung komme, so Peter Köstler.

Sanierung des Altbaus startet im März

Unabhängig von den Erweiterungsplänen startet die Sanierung des Rathauses plangemäß im März 2021. Bis November werden dann vor allem die Fenster ausgetauscht, die teilweise schadhaft und allesamt energetisch unbefriedigend sind. Außerdem soll der Aufzug erneuert und erweitert werden. Diese Arbeiten sind laut Bürgermeister Peter Köstler unter laufendem Betrieb geplant; allerdings soll es einzelne Schließtage geben, wenn es zu laut und zu staubig wird.

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