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Gespräc hsrunde zum Thema Prof. Kurt Huber im Gräfelfinger Rathaus (v.li.): Die Initiatoren Sandra Meilhaus, Dieter Püschel und Stefanie Fehlhammer (Erinnerungsarbeit am Kurt-Huber-Gymnasium) sowie Bürgermeister Peter Köstler und Grägs-Ehrenvorsitzender Johannes Glötzner.

Vorschlag von Gräfelfinger Bürgern 

Prof. Kurt Huber soll Ehrenbürger werden

  • Martin Schullerus
    vonMartin Schullerus
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Eine Gruppe von Bürgern macht sich in Gräfelfing dafür stark, Prof. Kurt Huber posthum die Ehrenbürgerschaft zu verleihen. Bürgermeister Peter Köstler möchte mittelfristig den Gemeinderat mit dem Thema befassen.

Gräfelfing – Treibende Kraft hinter der Initiative ist das Ehepaar Dieter Püschel und Sandra Meilhaus. Vor allem seit sie vor zehn Jahren aus Pasing nach Gräfelfing zogen, haben sie die Persönlichkeit Prof. Kurt Hubers aus Schriften und Dokumenten besser kennen und schätzen, ja bewundern gelernt.

„Wir haben erschreckend wenig Bilder dieser Art wie jenes, mit dem die Gemeinde Prof. Kurt Hubers mit einer Stele gedenkt, die in der Nähe des einstigen Familienbesitzes an diesen großen Mann der ,Gartenstadt’ erinnert“, schreiben die beiden sowie KHG-Lehrerin Stefanie Fehlhammer in einem Brief an Bürgermeister Peter Köstler. Im Merkur-Gespräch betonte Dieter Püschel, seiner Ansicht nach komme Prof. Kurt Huber in der Erinnerungsarbeit verglichen mit anderen Mitgliedern der Weißen Rose, wie den bekannten Geschwistern Scholl, zu kurz.

Gesprächstermin mit Bürgermeister

Bei einem Gesprächstermin im Rathaus erläuterten die Initiatoren am Montag Bürgermeister Köstler ihre Beweggründe für den Antrag, Prof. Kurt Huber die Ehrenbürgerschaft zu verleihen. Mit dabei war auch Grägs-Ehrenvorsitzender Johannes Glötzner. Er weiß viel über Prof. Huber und hat Kontakt zu seinem Sohn Wolfgang Huber. Dieser sehe eine solche ehrende Anerkennung für seinen Vater wohlwollend, sagte er. Allerdings sei es zu kurz gegriffen, das Wirken des Musikwissenschaftlers, Philosophen und Humanisten Kurt Huber lediglich auf seine letzten Lebensjahre reduziert zu betrachten. Prof. Kurt Huber wurde am 19. Juli 1943 von den Nazis hingerichtet.

Name von Prof. Kurt Huber in Gräfelfing lebendig

Bürgermeister Peter Köstler reagierte offen auf den Vorschlag, jedoch ohne vorschnelle Begeisterung. Auf Merkur-Anfrage teilte er mit: „Ich persönlich bin da eher zurückhaltend, wie unsere Einstellung in Gräfelfing bei Ehrungen es auch insgesamt ist. Das muss man sich genau überlegen.“ Grundsätzlich seien der Name und das Andenken Prof. Kurt Hubers in Gräfelfing lebendig und präsent, nicht zuletzt durch die Aktivitäten des nach ihm benannten Gymnasiums.

Gemeinde will sich nicht unter Druck setzen lassen

Auf keinen Fall werde die Gemeinde sich terminlich unter Druck setzen lassen. Er werde das Thema „mittelfristig“, also frühestens im Spätherbst, zunächst den Fraktionsvorsitzenden vorlegen, außerdem Meinungen und Ideen auch von Fachseite einholen. Peter Köstler: „Wir sollten das jedenfalls nicht übers Knie brechen.“

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