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„Das soll kein Parteiblatt werden“: Bürgermeisterin Uta Wüst bei Vorstellung des Bürgerjournals 2016. 

Bürgerjournal „Gräfelfinger Leben“

Rathaus-Publikation im Fokus

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Die Gräfelfinger werden weiterhin zweimal jährlich das Bürgerjournal „Gräfelfinger Leben“ aus dem Rathaus erhalten. Im Vorfeld der Entscheidung hatte es auch ernsthafte Bedenken gegen das Magazin gegeben – vor allem mit Blick auf die Kommunalwahl.

Gräfelfing– „Mit unserem Magazin möchten wir zeigen, wie bunt, facettenreich, dynamisch, liebens- und lebenswert unser Ort ist. Es soll eine Plattform sein, ein Marktplatz für Themen aus dem Rathaus, aber auch für Themen mitten aus dem Gemeindeleben“, warb Bürgermeisterin Uta Wüst in der ersten Nummer, die im Mai 2016 erschien. Das Magazin in hochwertiger Aufmachung erscheint jeweils im Frühjahr und Herbst, wird frei an alle Haushalte verteilt und kostet die Gemeinde pro Auflage rund 11 000 Euro. Für die Redaktion zeichnet Rathaus-Mitarbeiterin Birgit Doll verantwortlich. Mit Geschichten über Vereine, denkmalgeschützte Villen, Kultur- und Gesellschaftsveranstaltungen hat das Bürgerjournal seine Leser gefunden und ist bei vielen beliebt.

Dabei geht leicht unter, dass es sich um keine unabhängige Publikation handelt. Anders als bei Medien wie Tageszeitungen entscheidet kein Journalist, wie oft und in welchem Kontext etwa die Bürgermeisterin in Wort und Bild vorkommt, sondern letztlich – die Bürgermeisterin. Pro Nummer ist sie auf mehreren Fotos zu sehen, manchmal gibt es auch ein „Interview“ mit der Rathauschefin.

Das ist einigen Mitgliedern des Gemeinderates ein Dorn im Auge, gerade mit Blick auf die nahende Kommunalwahl. Jörg Scholler (FDP) kritisierte die Publikation als „reines Selbstdarstellungsmagazin der Bürgermeisterin“. Er lehne das weitere Erscheinen strikt ab. Scholler: „Gerade während des Wahlkampfes wäre das unerträglich und könnte sogar juristische Folgen haben.“ Und CSU-Fraktionschef Peter Köstler sagte: „Wir hinterfragen das kritisch. Die Bürger schätzen zwar diese Art der Information. Doch es entsteht auch der Eindruck der Werbung in eigener Sache.“

Im jüngsten Bauausschuss, als gerade die fünfte Ausgabe erschienen war, erinnerte Marion Appelmann (CSU) daran, dass das Journal auf zwei Jahre befristet angelegt war, mit Wiedervorlage. Bürgermeisterin Wüst reagierte und setzte das Thema auf die Ausschusssitzung am Dienstag – im nichtöffentlichen Teil. Hier fassten die Mitglieder in Abwesenheit von Scholler, Köstler und Appelmann nach kurzer Diskussion den Beschluss, das Magazin wie gehabt fortzuführen. Bürgermeisterin Uta Wüst sagte jedoch zu, im Wahljahr 2020 werde das „Bürgerjournal“ erst nach der Abstimmung im Frühjahr erscheinen, die letzte Nummer davor im September 2019. Uta Wüst auf Merkur-Anfrage: „Das soll kein Parteiblatt werden, sondern ein Forum über Gräfelfing bleiben, mit ausgewogenen Inhalten.“

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