Beim Umbau des Rathausplatzes 2015 hat die Gemeinde Gräfelfing einen progressiven verkehrsplanerischen Ansatz gewählt. Doch sie hat ihn nicht konsequent zu Ende geführt.
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Der Gräfelfinger Rathausvorplatz 2015 während des Umbaus: Die Asphaltbänder, die erneut eingebaut wurden, sorgen nach Expertenansicht für zu hohe Geschwindigkeiten für eine Gemeinschaftsfläche ohne Zebrastreifen und Ampeln. 

Rathausplatz Gräfelfing

Experten empfehlen Pflasterfläche

  • Martin Schullerus
    vonMartin Schullerus
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Beim Umbau des Rathausplatzes 2015 hat die Gemeinde Gräfelfing einen progressiven verkehrsplanerischen Ansatz gewählt. Doch sie hat ihn nicht konsequent zu Ende geführt.

Gräfelfing– Dies ist die Ursache für die aktuellen Probleme mit dem Platz, die ein Antrag von SPD und FDP adressierte. Fachleute des Büros „Studio –Stadt – Region“ kamen jetzt nach eingehender Untersuchung zu diesem Schluss und präsentierten Lösungsansätze. Die Entscheidung soll im Herbst fallen.

Das verkehrsplanerische Modell des „Shared Space“, einer gemeinsam genutzten Fläche, auf der alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind, hat sich schon vielerorts bewährt. Die Planer Andreas Bernögger und Christiane Müller lobten die Gemeinde bei ihrem Vortrag im Bauausschuss ausdrücklich für diesen Weg. Allerdings ergaben ihre Untersuchungen, dass er nicht zu Ende gegangen wurde; vielleicht aus Angst vor der eigenen Courage.

Problematisch sind die asphaltierten Fahrspuren

Denn diese gemeinsame Verkehrsfläche kommt ohne Zebrastreifen und Ampeln aus, weil auch die Autos wenig mehr als Schritttempo fahren (dürfen). Dafür, dass sie das tun, muss allerdings eine optisch einheitliche Fläche sorgen – klassischerweise eine Pflasterfläche. Als Gräfelfing den Platz umbaute, entstanden zwar großzügige gepflasterte Geh- und Aufenthaltsbereiche. Doch die ehemaligen Straßen wurden wieder als asphaltierte Fahrspuren ausgebildet. Laut den Experten ist dies der Hauptgrund, warum der Verkehr gefährlich schnell blieb, während die Sicherungselemente Zebrastreifen und Ampel entfielen.

Entsprechend empfahlen die Experten nun, die gesamte Fläche zu pflastern. Außerdem sollten stelenartige Schildersäulen an den Einfahrten zu dieser Zone die geltenden Regeln auffällig beschildern. Schon der Zebrastreifen im Osten der Unterführung sollte dem Pflaster weichen, um den Beginn des Shared Space zu verdeutlichen. Außerdem empfahlen sie, die Bushaltestelle bei den Fahrradständern nach vorne auf die Fahrbahn zu rücken, um dahinter mehr Einsehbarkeit von Westen her zu schaffen.

Mit einem Fest wurde der neue Rathausplatz eingeweiht.

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