111 Millionen Euro Haushaltsvolumen

Gräfelfing schwimmt im Geld

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Gräfelfing - Rekord für Gräfelfing: Erstmals in der Gemeinde-Geschichte übersteigt ein Haushalt die 100 Millionen-Euro-Grenze

Wenn von der Gemeinde Gräfelfing die Rede ist, denken viele sich das Adjektiv „wohlhabend“ dazu. Dass es sich dabei nicht um ein Klischee handelt, sondern um pure Realität, belegen jetzt Zahlen zum Abschluss der Jahresrechnung 2015 aus dem Gräfelfinger Rathaus. Sie offenbaren einen Rekord: Erstmals in der Geschichte der Gemeinde überstieg ein kommunaler Gesamthaushalt die 100 Millionen-Euro-Grenze, und das deutlich.

„Die Haushaltsvolumina der vergangenen Jahre bewegten sich zwischen 27 und 85 Millionen Euro“, schreibt Gemeindekämmerin Tanja Lindner in ihrem Bericht. Im Jahr 2015 lag das Ergebnis indes bei 111,3 Millionen Euro – 40 Millionen mehr als im Vorjahr, was einer Steigerung um 56 Prozent entspricht.

Wer den Grund für positive Finanzentwicklungen in Gräfelfing sucht, wird verlässlich bei der Gewerbesteuer fündig; so auch diesmal. Die Haupteinnahmequelle der Gemeinde sollte laut Plan 32 Millionen Euro einbringen, am Ende waren es 54,5 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahresergebnis machte dies eine Steigerung um gut 21 Millionen Euro aus.

Welch rasante Entwicklung Gräfelfing in diesem wichtigsten Segment der Kommunalfinanzen genommen hat, zeigt ein Rückblick: 2005, zehn Jahre vor dem Vergleichsjahr, hatte die Gemeinde gerade mal 7,7 Millionen Euro an Gewerbesteuern eingenommen. Seither ging es stetig bergauf, über 20 Millionen in 2010 und 31 Millionen in 2012 auf nun 54,5 Millionen in 2015. Als Grundlage dieser Erfolgsgeschichte darf neben allgemeinen konjunkturellen Faktoren die unter Bürgermeister Christoph Göbel eingeführte kommunale Wirtschaftspolitik gelten, die auf Anwerbung potenter Firmen und eine Stärkung des Standortes durch wirtschaftsfreundliches Klima, gute Infrastruktur, neue Gewerbeflächen und vor allem einen konstant niedrigen Hebesatz bei der Gewerbesteuer setzte.

Mit diesen Einnahmen im Rücken konnte die Gemeinde nicht nur ihre hohen Fixkosten decken (darunter Personalausgaben von 7,8 Millionen Euro) und Investitionen in Hoch- und Tiefbau tätigen, sondern vermochte darüber hinaus 23 Millionen Euro der allgemeinen Rücklage zuzuführen. Das Gesparte der Gemeinde belief sich somit zum Abschluss der Jahresrechnung auf 41,5 Millionen Euro. Die Gemeinde ist seit Jahrzehnten schuldenfrei.

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