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Das Haus Stefanusstraße 9 ist vermutlich das älteste bewohnte Gebäude in Gräfelfing. Auf die Gemeinde als Eigentümerin kommen jetzt teure Sanierungsmaßnahmen zu. 

Ältestes Gebäude in der Gemeinde

Schönes, teures Erbe

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Stefanusstraße 9 in Gräfelfing ist weit mehr als nur eine Adresse. Hier steht das vermutlich älteste noch bewohnte Gebäude im Ortsgebiet.

Gräfelfing– Für die Gemeinde als Eigentümer ist das ein wertvolles historisches Erbe – und ein teures. Das sogenannte Körblmacherhaus ist ein wahrhaft historischer Teil Gräfelfing. Bereits 1669 wurde das Haus erstmals schriftlich erwähnt: Es sei in gutem Zustand, verfüge über einen kleinen Garten mit Obstbäumen und einem Backofen. 1878 kam in diesem Haus Josef Huber zur Welt, der 19 Jahre lang Bürgermeister von Gräfelfing war.

Bauliche Nachbesserung zwingend erforderlich

Als der Richtung Würm gelegene Anbau jetzt frisch vermietet werden sollte, ließ die Gemeinde vorsorglich den gesamten Dachstuhl auf Standsicherheit prüfen. Dabei zeigte sich nicht nur, dass unter den Dachziegeln noch die alte Schindeldeckung liegt, sondern auch, dass das Gebälk für Schnee- und Windlasten keine Reserven aufweist. Eine langfristige Weiternutzung als Mietobjekt ohne bauliche Nachbesserung verbietet sich da allein schon aus Versicherungs- und Haftungsgründen. Weiterhin ergab die Untersuchung, dass es im Zuge der Dachstuhlsanierung sinnvoll wäre, die Giebelwand baulich zu stabilisieren. Dies könnte mit einer inneren Vormauerung erreicht werden.

Sanierung wird etwa 280 000 Euro kosten

Auch ebenerdig gibt es Sanierungsbedarf: „Um im Bereich des Anbaus weiterhin dauerhaft gute bauphysikalische Zustände zu erlangen, sollten die Fundamente in diesem Bereich unterfangen und mit dem neuen Fußbodenaufbau gegen aufsteigende Feuchtigkeit abgedichtet werden“, heißt es in einer Vorlage aus dem Bauamt. Wenn man das Gebäude langfristig erhalten wolle, sollten der gesamte Dachstuhl saniert, die Giebelwand stabilisiert und die Fundamente in Teilen untermauert werden, empfahlen die Planer. Die Gesamtkosten belaufen sich nach einer Schätzung auf rund 280 000 Euro.

Weil diese Summe den Beschlussrahmen des Bauausschusses überstieg, musste der Ferienausschuss darüber entscheiden und billigte die Baumaßnahmen. Ein privater Konservator und ein Büro für Bauphysik sollen zusätzlich als Fachplaner einbezogen werden.

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