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Der Jahnplatz im Entwurf von Architekt Klaus Molenaar: Ein neues Gebäude auf dem Postgrundstück wendet dem Platz ebenso e ine Giebelfront zu (Bildmitte), wie die östliche neue Baureihe entlang des Bahndamms. Der Platz bekäme ein neues, urbanes Gesicht, ohne ganz auf Grün zu verzichten.

Städtebaulicher Entwurf

So könnte der neue Jahnplatz aussehen

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Die Pläne für eine städtebauliche Gestaltung des Jahnplatzes werden konkret. Ein Entwurf von Architekt Klaus Molenaar stieß im Bauausschuss auf große Zustimmung und soll Grundlage eines Bebauungsplans sein.

Gräfelfing– Molenaar überplante vor allem den Grundstückstreifen im Osten des Platzes entlang der Bahn, der mittlerweile der Gemeinde gehört. Dabei griff er die Satteldachform der bestehenden Gebäude im Westen auf. Dies werde identitätsstiftend wirken und bei aller Modernität einen dörflichen Charakter vermitteln, so Molenaar. Auch das noch unbebaute ehemalige Postgrundstück fügt sich im Entwurf dieser Formensprache, indem ein Neubau dort eine Giebelseite dem Platz zuwendet, der so auf allen Seiten bis auf den Süden eingefasst wird.

Auf dem länglichen, 1660 m2 großen Gemeindegrundstück sieht Molenaar eine Gebäudereihe vor, die im Erdgeschoss Läden, in den zwei darüber liegenden Geschossen sowie im Dachgeschoss insgesamt 22 Wohnungen aufweist. Ganze 3300 m2 an Geschossfläche seien dort zu erzielen, so Molenaar. Die Gebäude bekämen eine Tiefgarage mit 37 Plätzen, deren Zufahrt im Norden des Komplexes liegen soll. Dies sei eine „gute Adresse“, die Sichtbarkeit in zentraler Lage verspreche, so Molenaar. Die Nähe zum Bahndamm und die daraus resultierende Lärm-Problematik lasse sich bautechnisch in den Griff bekommen.

Über die Situation beim Postgrundstück sagte Bürgermeisterin Uta Wüst, es habe Gespräche mit dem aktuellen Architekten des Eigentümers gegeben; ein Entwurf für sein Gebäude liege noch nicht vor. Die Pläne der Gemeinde auf der Ostseite könnten jedoch unabhängig davon entwickelt und umgesetzt werden.

Der Molenaar-Entwurf stieß bei Fachleuten und Laien auf Zustimmung bis Begeisterung. Florian Ernstberger (BVGL) fand die Satteldach-Idee „nicht verkehrt“, Walter Frank (CSU) sagte: „Das gefällt mir wirklich gut.“ Er befürchtete nur bautechnische und finanzielle Aufwände durch das Spunden für die Tiefgarage unmittelbar am Bahndamm. Architekt Klaus Molenaar erwiderte, das sei technischer Alltag.

Auch die beratenden Architekten Reinhard Moosmang („sehr erfreulicher Entwurf“) und Bertold Ziersch („sehr gut“) zollten ihrem Kollegen Beifall. Ziersch regte nur an, den Platz auch im Süden baulich deutlicher zu fassen als mit dem von Molenaar vorgesehenen Dach über einer neu strukturierten Fahrradabstellfläche.

Stimmt der Gemeinderat ebenfalls zu, könnte demnächst der Bebauungsplan in Aufstellung gehen. Er würde wohl bis zum Sickinger-Kreisel reichen, das Postgrundstück jedoch aussparen.

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