Kiesabbau

SPD Gräfelfing erhebt Vorwürfe gegen Glück

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Nachdem der Gräfelfinger Gemeinderat mit knapper Mehrheit der Firma Glück eine zweite Betonmischanlage genehmigt hat, erhebt der SPD-Ortsverband nun Vorwürfe gegen das Unternehmen. Es habe das Gremium absichtlich getäuscht.

Würmtal – In einer Pressemitteilung wirft der Gräfelfinger SPD-Ortsverband der Firma Glück vor, die Mehrheit des Gräfelfinger Gemeinderats „hinters Licht geführt“ zu haben. Die Glück-Geschäftsleitung habe in Aussicht gestellt, das Kieswerk aufgrund der Entfernung zwischen der bestehenden Anlage und dem potenziellen Abbaugebiet im Kreuzlinger Forst in dessen Nähe zu verlegen. Kaum sei die Betonmischanlage aber genehmigt gewesen, habe Glück von der möglichen Verlagerung nichts mehr wissen wollen.

Wie berichtet, plant die Firma Glück, ein neues Kiesabbaugebiet im Kreuzlinger Forst zu erschließen. Es geht um ein 28,4 Hektar großes Areal, genannt Dickwiese. Das Gebiet liegt auf Planegger Flur im Bereich der Anschlussstelle Germering an der A 96.

Zudem hat der Gräfelfinger Gemeinderat kürzlich mit knapper Mehrheit eine zweite Betonmischanlage für Transportbeton auf dem Glück-Gelände an der Würmtalstraße genehmigt (wir berichteten ebenfalls). Weil die dort verfügbaren Kieslager jedoch nur noch etwa acht Jahre vorhalten, die Betonmischanlage hingegen für einen längeren Zeitraum ausgerichtet ist, befürchten die Gegner des Projektes zusätzlichen Schwerlastverkehr in Gräfelfing, wenn Kies für die Anlage angeliefert wird.

Die Bedenken sind nicht ganz aus der Luft gegriffen: In den Unterlagen zum bei der Regierung von Oberbayern beantragten Raumordnungsverfahren heißt es: „Der gewonnene Rohkies soll über bestehende Straßen (St 2544, BAB 96, St 2063) mit ca. 83 LKW-Ladungen/Werktag in das östlich von Gräfelfing gelegene bestehende Kieswerk transportiert werden.“ Durch das neue Kiesabbaugebiet sei jedoch aufgrund der Leerfahrten zurück zum Abbaugebiet mit 180 zusätzlichen Lkw-Fahrten quer durch den Ort pro Tag zu rechnen, so die von Franz Lang in der SPD-Pressemitteilung geäußerten Befürchtung.

Des Weiteren vermutet Lang, dass die Lkw nicht die angegebene Streckenführung einhalten werden: „Der Kies (...) soll (...) mit Lkws über eine Strecke von circa neun Kilometer auf der Autobahn und anschließend über die Straßen Gräfelfings ins bestehende Gräfelfinger Kieswerk transportiert werden. Noch viel wahrscheinlicher dürfte sein, dass die Lkws die ,nur‘ circa vier Kilometer lange Strecke über die Kreisstraße M 21 nach Planegg und von dort abbiegend auf der St2063 über Steinkirchen, die Planeggerstraße und die Würmtalstraße (St2343) in Gräfelfing fahren“.

Was den SPD-Gemeinderat zudem empört: „Hier handelt es sich ausschließlich um Fremdkies, der bei Glück verarbeitet würde, also Kies, der nicht aus dem Abbau vor Ort stammt.“ Die prospektive „reine Fremdkiesverarbeitung“ sei „rechtlich nicht zulässig“, so Lang.

Die Geschäftsleitung der Firma Glück verweist darauf, dass man bereits zugesagt habe, dass die Lkw stets die Autobahn benutzen würden. Auch sei es noch eine lange Zeitspanne, bis man mit dem Kiesabbau im Kreuzlinger Forst beginnen könne. Was die Verlagerung des Kieswerks anbelangt, reagierte Geschäftsführer Markus Wahl eher ausweichend. Die Angelegenheit sei „weit komplexer, als in der SPD-Pressemitteilung“ dargestellt. Man habe eine Kommunikationsagentur mit der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema betraut. Diese sei derzeit aber urlaubsbedingt nicht erreichbar.

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