Großprojekt teurer als gedacht

Sporthalle kostet rund 25 Millionen

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Die Nachricht kommt nicht ganz unerwartet; erfreulich ist sie trotzdem nicht: Die Schwimm- und Dreifachsporthalle, die Gräfelfing plant, wird weit teurer als bisher kommuniziert. Sie könnte rund 25 Millionen Euro kosten.

Gräfelfing– „Keine schönen Bilder“ habe er diesmal mitgebracht, bekannte Architekt Björn Osmann am Donnerstag im Bauausschuss. Dafür hatte der Münchner Büroleiter von Dietrich.Untertrifaller, den Projektplanern, ungeschönte Zahlen dabei. Hatte eine erste Kostenschätzung von Architekt Clemens Pollok für das anfängliche Raumprogramm 2016 noch rund 17 Millionen Euro betragen, kommen Osmann und sein Team für Ende 2018 je nach gewählter Variante des Projektes auf 22,8 bis 23,5 Millionen Euro. Bei einer exponenziell fortschreitenden Preisentwicklung auf dem Baumarkt ist bis zur Vergabe im Jahr 2020 mit rund 25 Millionen Euro zu rechnen.

Zu dieser Kostensteigerung tragen laut Björn Osmann mehrere Faktoren bei, die mit der Architektur an sich nichts zu tun haben. Vor allem schlägt die galoppierende Preissteigerung in der Baubranche zu. Osmann: „Der Markt ist überhitzt, die Unternehmen sind ausgelastet.“ Stiegen die Preise üblicherweise um 2 Prozent pro Jahr, seien es aktuell eher 5 Prozent. Hinzu kam eine Ausweitung des Raumprogramms, als der Gemeinderat im Jahr 2018 auf Wünsche und Bedarfe der Vereine und Schulen einging.

Osmann betonte, in dieser frühesten Phase sei eine Kostenaussage unüblich und mit einer Unschärfe von 30 Prozent belegt. Doch sei er froh, als Planer so früh eingebunden zu sein und bei der aktuellen Marktenwicklung dem Bauherrn „reinen Wein einschenken zu können und nichts vorzuflunkern“.

Die Gemeinderäte nahmen die Hiobsbotschaft bemerkenswert gefasst auf, woran die glänzende finanzielle Lage der Gemeinde ihren Anteil haben dürfte. Bürgermeisterin Uta Wüst stellte lediglich fest, man wolle bei aller Steigerung „eine Obergrenze finden“, ohne diese zu benennen. Florian Ernstberger (BVGL) dankte dem Architekten „für die Offenheit“.

Bei den im Raum stehenden Bauvarianten plädierte Osmann klar für eine flächige Bauweise, bei der die Schwimmhalle und die Sporthalle nebeneinander liegen und zwischen sich einen dreieckigen Eingangsbereich öffnen. Ein Sprinttunnel für den TSV und eine Kletterwand sind ebenfalls integriert. Diese Variante bevorzugten auch die drei beratenden Architekten des Bauausschusses.

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