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Alter und neuer Landrat: Christoph Göbel.

Stichwahl

Stichwahl im Landkreis München: Christoph Göbel (CSU) bleibt Landrat

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Die Wähler haben entschieden: Christoph Göbel (CSU) bleibt Landrat des Landkreises München. Doch auch der Herausforderer war positiv überrascht.

Bei der Stichwahl am Sonntag holte Christoph Göbel (CSU)  bis 22 Uhr 63,9 Prozent der Stimmen – da waren 224 von 240 Stimmbezirken ausgezählt. Es war ein Wahlkampf der ganz anderen Art: Infostände, Händeschütteln –was im Wahlkampf üblich ist, war dieses Mal wegen der Corona-Krise unmöglich. Zeitungsanzeigen, Botschaften über Internet und soziale Medien waren die einzigen Möglichkeiten von Christoph Göbel (CSU) und Christoph Nadler (Grüne) für sich als künftiger Landrat zu werben. Überzeugt hat dabei Amtsinhaber Göbel die Mehrheit.

Rückenwind für die Arbeit

„Ich freue mich über den Rückenwind“, sagte der Gewinner und fügte erleichtert hinzu: „Und ich freue mich dass der Wahlkampf jetzt vorbei ist.“ Gestärkt von diesem schönen Ergebnis könne er nun seine Arbeit fortsetzen. Eine Pause hatte es davon in der jüngsten Zeit ohnehin kaum gegeben. Auch das ganze Wochenende stand Göbel in Kontakt zu seinen Mitarbeitern des Gesundheitsamtes. Montag, 6 Uhr, geht es schon wieder weiter. „Den ganzen Vormittag sind Dienstbesprechungen angesagt.“ Thema: die Corona-Krise. Was Göbel gerade besonders wichtig ist: „Die Quantität und Qualität der stationären Versorgung.“ Da gelte es nun, alle Potenziale auszuschöpfen. Dabei setzt Göbel auch künftig auf die Unterstützung seiner Stellvertreter. „Ich will die gute Zusammenarbeit fortsetzen“, so Göbel. „Es ist wichtig, dass sich nach einer Wahl die Reihen gleich wieder schließen.“

Fairer Wahlkampf

Das sieht auch Christoph Nadler so. Er holte bis 22 Uhr 36,1 Prozent der Stimmen. Schon zuvor hatte Göbel gesagt, dass es ein sehr untyischer Wahlkampf werde, da er sich mit seinem Herausforderer sehr gut verstehe. „Wir werden keine Attacken gegeneinander fahren.“ Genauso kam es auch. Kurz vor Auszählung der letzten Stimmbezirke hatte Nadler Göbel bereits angerufen, um ihm zu gratulieren. Aber auch er selbst ist trotz Niederlage recht zufrieden mit seinem Ergebnis – „das beste, welches ein Grünen-Kandidat bei der Landratswahl je erreicht hat“. Weit mehr Stimmen als erwartet habe er bekommen. Und freute sich besonders über Ergebnisse wie in Unterhaching, Neubiberg und Schäftlarn, wo er über 40 Prozent der Stimmen bekam. „Es waren sehr anstrengende 15 Monate, aber es hat sich gelohnt“, so Nadler. Besonders freut ihn, dass seine Fraktion im Kreistag ordentlich zugelegt hat und künftig mit 19 Sitzen zweitstärkste Kraft ist. „Das gibt uns ein ganz anderes Standing.“

Klarer Vorsprung

Den Vorsprung Göbels vom Wahlsonntag vor zwei Wochen konnte er jedoch nicht mehr aufholen. 44,5 Prozent der Wählerstimmen hatte Göbel da bekommen. Nadler war auf 24,9 Prozent gekommen und hatte sich damit mit klarem Vorsprung vor den vier weiteren Mitbewerbern Annette Ganssmüller-Maluche (SPD/14 Prozent), Otto Bußjäger (Freie Wähler/9,3 Prozent), Gerold Otten (AfD/4,4 Prozent) und Michael Ritz (FDP/2,9 Prozent) für die Stichwahl qualifiziert. Doch schon die ersten Auszählungsergebnisses gaben die Richtung vor – Göbels Vorsprung reichte bis zum Ende.

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