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Die Immobilienpreise im Umland steigen immer rasanter.

Goldgrube

Studie: Diese Gemeinde im Münchner Westen ist die teuerste im Umland

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Bei einem Drittel der Kommunen im Speckgürtel Münchens stiegen die Immobilienpreise im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr zwischen acht und über elf Prozent an. Diese Gemeinde ist die teuerste.

Gräfelfing - Was Preistreiber München vormacht, machen die anderen nach: Nach einer Analyse des Immobiliendienstleisters McMakler steigen die Immobilienpreise im Umland immer rasanter. Bei einem Drittel der Kommunen im Speckgürtel stiegen die Immobilienpreise im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr zwischen acht und über elf Prozent an! 

„Die Lage im Münchner Umland spitzt sich zu, die Preise befinden sich auf exorbitantem Niveau“, sagt Hanno Heintzenberg, Geschäftsführer von McMakler. Ein Vergleich macht es deutlich: Der günstigste Ort im Umland und damit die Gemeinde auf dem 33. Platz in einer Rangliste – das wäre Geltendorf – liegt mit einem Kaufpreis von 3871 Euro pro Quadratmeter noch über dem teuersten Berliner Randbezirk.

Wohneigentum: 7564 Euro pro Quadratmeter

Gräfelfing ist dabei hierzulande top: Für Wohneigentum in der Gemeinde müsste man durchschnittlich 7564 Euro pro Quadratmeter hinlegen. Dicht gefolgt von Oberhaching und Starnberg (siehe Tabelle). Die höchste Preissteigerung gab es aber in Gröbenzell mit 11,3 Prozent auf 5330 Euro pro Quadratmeter.

Hanno Heintzenberg: „Wir schätzen, dass sich diese Preisdynamik im Umland weiterentwickelt, wobei sich die Preise der Spitzenreiter einpendeln und dann auf Nachbargemeinden ausstrahlen werden.“ Hinweise hierfür ergeben sich etwa in Bad Tölz, wo die Preise fürs Eigentum um 9,3 Prozent gestiegen seien.

Ob diese Preise tatsächlich auf dem Markt zu erzielen sind? Die Datenerhebung basiere auf Auswertung inserierter Kaufangebote für Häuser und Wohnungen. Diese Preise seien deswegen als Orientierung zu verstehen.

Vom Bauerndorf zum begehrten Zufluchtsort

Im Grünen und an der Großstadt. So ließe sich die Lage von Gräfelfing beschreiben. Mit dem Zug nach München begann auch der Aufstieg vom Bauerndorf zum begehrten Zufluchtsort. „Nach der Anbindung kamen später um die Jahrhundertwende auch Fabrikanten, Künstler, hohe Beamte und Privatiers aus der Stadt heraus“, erklärt Birgit Doll, Sprecherin im Gräfelfinger Rathaus. Die Münchner Bürgerschaft gründete eine erste Villenkolonie. Doll: „Das Ortsbild ist auch heute geprägt durch große Gartengrundstücke mit altem Baumbestand, die durch Gemeindevorgaben auch von der Straße aus erlebbar sind.“

Gleichzeitig durchzieht die Würm die Gemeinde wie eine Lebensader – an deren Ufer locken Badeplätze. Ein Naherholungsgebiet mitten im Ort. Dazu gehört der Paul-Diehl-Park, an dem erst übers Wochenende das Kulturfestival stattfand, ansonsten ist er ein perfekter Ort zum Joggen oder Spazierengehen. Diesen Gartenstadtcharakter zu erhalten, „war immer wichtiges Ziel in Gräfelfing“.

Gute Infrastruktur macht attraktiv

Doch nicht nur das Ortsbild macht die Attraktivität auf dem Immobilienmarkt aus, es ist auch die Infrastruktur. Zwei S-Bahnhöfe, ein Gewerbegebiet mit Anschluss an die A96 und A99 sind Standortvorteile für Unternehmen. Dazu kommen Freizeitangebote in allen Facetten, umfassende Kinderbetreuung, die Schulen. Doll: „Das alles am Stadtrand von München.“ Es ist also das Komplettangebot, dass die knapp 14 000 Einwohner in der Gemeinde genießen. Aber diese vielen positiven Aspekte machen Immobilien leider auch sehr teuer.

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