Teure Blitzer-Pläne an der a 96

Koste es, was es wolle

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Blitzer an Autobahnen durchzusetzen ist kein leichtes Unterfangen. Diese Erfahrung macht die Gemeinde Gräfelfing derzeit. Nun ist man bei dem teuren Vorhaben einen Schritt weiter.

Gräfelfing – Als ein Element des dringend benötigten Lärmschutzes an der A 96, die den Ort durchschneidet, strebt der Gräfelfinger Gemeinderat Geschwindigkeitsmessanlagen an. Bisher wird auf diesem Abschnitt mit Tempolimit 80 km/h nicht oder kaum geblitzt, weil es sich laut Polizei nicht um einen Unfallschwerpunkt handelt. Durch Tempomessanlagen, deren Ergebnisse bußgeldbewehrt sind, verspricht sich eine Ratsmehrheit jedoch eine hörbare Tempo- und Lärmreduzierung.

Die Gemeinde ist deshalb schon seit Jahren in Gesprächen mit der Autobahndirektion Südbayern und dem bayerischen Innenministerium, die beide zustimmen müssten. Inzwischen hat man sich mit den Behörden grundsätzlich geeinigt – bei vollständiger Kostenübernahme durch die Gemeinde. Und es sind keine Kleinbeträge, um die es geht: Die Schätzungen für das Konzept, das mehrere Blitzer-Kästen in beiden Fahrtrichtungen mit einem Radargerät vorsieht, das in unregelmäßigen Abständen von Standort zu Standort ummontiert wird, belaufen sich auf deutlich über 200 000 Euro, vielleicht eher 300 000 Euro. Zumal neben der Technik auch bauliche Veränderungen nötig werden. So bedarf es bei jedem der zukünftigen Standorte einer Haltebucht für das Fahrzeug des Technikers, der den Wechsel vornimmt.

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für überörtliche Angelegenheiten und Umweltfragen bezweifelte Jörg Scholler (FDP) einen hörbaren Erfolg und sprach von einem „280 000 Euro teuren Placebo“. Dagegen bedauerte Peter Köstler (CSU), dass seit der letzten Besprechung Anfang Dezember 2016 schon wieder „ein halbes Jahr ins Land gegangen“ sei. Köstler: „Diese Maßnahme ist wichtig, wenn auch teuer.“

Das Gremium beschloss einstimmig, bei einem Fachbüro eine Vorplanung mit Kostenberechnung in Auftrag zu geben. Außerdem sollen Radar- und Lärmmessungen aktuelle Daten liefern, um den Bedarf bezifferbar und einen Vorher-Nachher-Vergleich möglich zu machen.

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