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Peter Schropp, Geschäftsführer der Wassersommelier-Union, empfiehlt nach dem Essen Wasser mit viel Kohlesäure.

Gräfelfinger Wassersommelier gibt Tipps zum Festmenü

Das richtige Wasser zum Wein

Die Brauakademie Doemens in Gräfelfing befasst sich hauptsächlich mit Bier. Doch auch mit Mineralwasser kennt man sich hier aus: Wassersommelier Peter Schropp gibt Tipps zum Ostermenü.

Gräfelfing – Eine Flasche Wein wird mit Bedacht gekauft. Beim Bier werden keine Kompromisse eingegangen. Nur Mineralwasser heben viele Würmtaler ohne große Überlegungen in den Einkaufswagen. Dabei liegt es in der Macht des Wassers, den Geschmack von Wein und Essen zu beflügeln, zu beeinträchtigen oder gar zu übertönen. Jetzt steht Ostern vor der Tür, eine Gelegenheit, die vielfältige Wirkung des Wassers einmal auszuprobieren.

An der Gräfelfinger Brauakademie Doemens hat sich Peter Schropp des Mineralwassers angenommen. Er bietet Kurse zum Wassersommelier an und ist Geschäftsführer des Berufsverbands für den deutschsprachigen Raum, der Wassersommelier-Union. Was das Wissen um Mineralwasser betrifft, ist das Würmtal damit gut ausgestattet.

Schropp erklärt, die meisten Mineralbrunnen böten Wasser in vier Kategorien an, von sehr sprudelig bis ganz still. „Für viele ist das die einzige Unterscheidungsmöglichkeit, aber das stimmt nicht.“ Der Geschmack des Wassers hängt vom Mineralstoffgehalt ab. Mit viel Natrium schmeckt das Wasser salzig; Magnesium bietet eine leicht bittere und Calcium eine herbe, trockene Note. Schropp hat einige Tipps für die kommenden Tage, um die Wirkung des Wassers einmal auszuprobieren.

Für Gründonnerstag, dem Tag des grünen Gemüses, schlägt er etwa vor, zum Spinat ein würziges Mineralwasser zu trinken mit einem etwas höheren Natriumgehalt. Medium sollte es sein, also nicht zu viel Kohlensäure beinhalten. „Der Spinat hat selber einen gewissen Geschmack, das Wasser verstärkt diesen noch.“ Sollte am Karfreitag gedünsteter Fisch auf dem Speiseplan stehen, sei darauf zu achten, dass das Wasser den feinen Geschmack nicht überdecke. Er rät zu niedrig mineralisiertem und stillem Wasser. „Das Wasser sollte ein Begleiter sein und nicht den Ton angeben.“ Wer am Samstag noch einen Fasten-Endspurt hinlegen und den Körper reinigen möchte, dem empfiehlt er ein ganz niedrig mineralisiertes Wasser – ob Sprudel oder nicht, spielt keine Rolle. Wasser mit einem geringen Mineralgehalt nimmt Stoffwechselendprodukte besser auf.

Beim Lammbraten am Ostersonntag wird es kniffeliger. „Man muss immer die Dreier-Kombination sehen: Speise, Wein und Wasser“, macht er deutlich. Das Wasser sollte nicht nur mit dem Essen, sondern auch mit dem Wein harmonieren. Wenn der Rotwein sehr schwer sei, rät er zu einem dezent mineralisierten stillen Wasser. „Weil die Gerbstoffe vom Wein sonst aufdringlich bitter werden“, erklärt er. Werde kein schwerer Rotwein gereicht, könne man zum Lamm ein höher mineralisiertes Mediumwasser trinken. Wer ganz oder nach dem Essen auf Alkohol verzichten will, für den sei Mineralwasser das ideale Digestif. Dazu müsse es stark sulfathaltig und mit viel Kohlensäure versetzt sein, dann rege es die Verdauung an.

Zum Kaffee hält es Schropp wie die Österreicher. Ein Glas stilles Wasser dazu sei Pflicht. Kaffee wirke entwässernd, man fühle sich wohler, wenn man dazu ein Glas Wasser trinke. Still sollte es sein, denn „Kohlensäure macht, dass Kaffee aggressiv wirkt“, findet er.

Hierzulande bieten etwa 200 Mineralbrunnenbetriebe rund 500 verschiedene Sorten Wasser an. „Es gibt Länder, in denen mehr Mineralwasser getrunken wird. Aber die größte Vielfalt gibt es in Deutschland“, sagt Schropp. Vielleicht ist Ostern ein guter Zeitpunkt, sich mit dieser Vielfalt auseinanderzusetzen. Das Etikett auf der Wasserflasche bietet Interessierten die Möglichkeit dazu.

Victoria Strachwitz

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