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Der Bahnübergang bei Seeshaupt, an dem das Unglück geschah. Besonders bitter: Für den Herbst war ohnehin geplant, den Übergang mit Halbschranken zu sichern.

Nach dem Unfalltod von zwei Frauen aus Gräfelfing

Trauer und Bestürzung

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Der tragische Unfalltod zweier Frauen aus Gräfelfing an einem Bahnübergang bei Seeshaupt am Montag hat in ihrer Heimatgemeinde Trauer und Bestürzung ausgelöst. Bürgermeisterin Uta Wüst sprach den Angehörigen ihr Mitgefühl aus.

Gräfelfing/Seeshaupt – Die 67-jährige Fahrerin und ihre 83-jährige Beifahrerin waren mit ihrem Mercedes A-Klasse gegen 15.15 Uhr beim Überqueren der Gleise an einem unbeschrankten Bahnübergang vom Regionalzug auf der Strecke Iffeldorf-Seeshaupt erfasst worden. Der Zug schob den Wagen 100 Meter vor sich her, ehe die Notbremsung ihn zum Stehen brachte. Für die beiden Frauen, die in derselben Straße in Gräfelfing wohnten, kam jede Hilfe zu spät; sie starben in dem Autowrack, das zusammengedrückt und teilweise unter den Triebwagen gezogen wurde.

Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst sagte am Dienstag auf Merkur-Anfrage: „Ich bin sehr erschrocken, als ich auf Merkur online von diesem schrecklichen Unfall las. Ich möchte den Angehörigen der beiden Opfer mein großes Mitgefühl aussprechen.“ Zunächst habe es nur geheißen, dass zwei Menschen auf so tragische Weise ums Leben kamen – „da ist mir schon das Herz stehen geblieben“, so Wüst. Nach und nach wurde dann klar, dass es sich um zwei Frauen handelte, und schließlich, dass diese aus Gräfelfing stammten. Die beiden Damen lebten jeweils schon seit mehreren Jahrzehnten in der Würmtal-Gemeinde, traten jedoch nicht öffentlich in Erscheinung.

Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang und die Ursachenforschung laufen. In einer ersten Stellungnahme ging die Polizei davon aus, dass die Fahrerin wohl das rote Signallicht am Andreaskreuz des Bahnübergangs kurz vor der Einmündung in die Staatsstraße 2063 übersehen hatte. Am Dienstag schloss die Polizei Penzberg einen technischen Defekt aus. „Auf Basis der momentanen Zeugenaussagen gehen wir davon aus, dass das Lichtsignal am Andreaskreuz einwandfrei funktioniert hat“, sagte ein Beamter auf Merkur-Nachfrage.

Was den Unfall besonders bitter macht: Schon in wenigen Monaten ist ein Szenario, wie es sich am Montag ereignete, wohl nicht mehr möglich. Bis Herbst dieses Jahres plant die Deutsche Bahn im Zuge der Einrichtung eines neuen elektrischen Stellwerks, diesen Übergang auszubauen. Dies bestätigte am Dienstag ein Bahn-Sprecher auf Nachfrage. Eine Halbschranke sowie eine Ampel, die auf rot schaltet, sobald sich ein Zug nähert, sollen für mehr Sicherheit sorgen. „Unfälle sind deshalb jedoch nach wie vor nicht auszuschließen“, betonte der Bahn-Sprecher. Die Erfahrung zeige, dass sich immer wieder Autofahrer an den Halbschranken vorbeischlängeln und die rote Ampel ignorieren. „Da sind wir machtlos.“

Froh über den baldigen Ausbau ist Seeshaupts Bürgermeister Michael Bernwieser. „Das ist eine gute Sache“, unterstrich er. Ihm zufolge soll der Bahnübergang zudem künftig zweispurig befahrbar sein; derzeit ist lediglich Platz für ein Auto. Den Tod der beiden Frauen bezeichnete er als „tragisches Schicksal“.

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