Die Rechtsabbiegespur von der Lochhamer- in die Pasinger Straße wird aufgelöst, ebenso der Rechtsabbieger gegenüber aus dem Kleinhaderner Weg.
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Die Rechtsabbiegespur von der Lochhamer- in die Pasinger Straße wird aufgelöst, ebenso der Rechtsabbieger gegenüber aus dem Kleinhaderner Weg.

Skepsis im Gemeinderat

Umbaupläne für neuralgische Kreuzung

  • Martin Schullerus
    VonMartin Schullerus
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Die Gemeinde Gräfelfing will die am stärksten befahrene Kreuzung im Ortsgebiet mit einer Überplanung sicherer machen. Das 700 000-Euro-Projekt stieß im zuständigen Fachausschuss des Gemeinderates indes auch auf Skepsis.

Gräfelfing – Wo Pasinger Straße (St 2063), Lochhamer Straße und Kleinhaderner Weg sich kreuzen, geht es vor allem zu Stoßzeiten hektisch zu – und eng. Der motorisierte Verkehr muss bisweilen Rückstaus bis zum Friedhof hinnehmen, Radfahrer leben dank fehlender für sie gewidmeter Flächen und Wege gefährlich, Fußgänger müssen die unbequeme und nachts wenig einladende Unterführung in Anspruch nehmen.

Zumindest für die letzten beiden Gruppen soll der Kreuzungsbereich nach einer Expertise des Büros Obermeyer sicherer werden. Die Untersuchung, deren Ergebnisse schon mit dem Landratsamt und dem Staatlichen Bauamt Freising abgestimmt sind, ergab folgende Umbau-Empfehlung: Die Rechtsabbieger-Spuren von der Lochhamer Straße und dem Kleinhaderner Weg kommend werden aufgelöst; das Abbiegen erfolgt von gemeinsamen Fahrspuren aus im rechten Winkel.

Für Radfahrer soll es vor der Ampel im Norden eine mit Ampel gesicherte Querung geben, ebenso für Fußgänger im Süden der Kreuzung. Auch die Lochhamer Straße bekommt eine Fußgänger- und Fahrradquerung vor der Ampel, ebenso der Kleinhaderner Weg. Sie werden rückversetzt, um eine Aufstellfläche für Radfahrer vor den wartenden Autos zu gewinnen. Radfahrer aus dem Süden müssen sich vor dem Kreuzungsbereich einen gemeinsamen Weg mit den Fußgängern teilen. Weiterführende Radwege an der Staatsstraße sind nicht geplant. Die Gesamtkosten sollen 700 000 Euro betragen.

Die Untersuchung der Verkehrsplaner ergab, dass mit der Umverteilung von Fläche und Ampel-Zeiten vom motorisierten Verkehr hin zu Radfahrern und Fußgängern eine Minderung der Leistungsfähigkeit der Kreuzung einher gehe (von Stufe C auf D). Diese Einstufung reiche jedoch aus, um die Kreuzung funktionstüchtig zu erhalten.

Bürgermeister Peter Köstler betonte in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Energie und Mobilität: „Wir erleben an dieser Kreuzung täglich Probleme und Gefährdungen.“ Es brauche eine umfassende Umgestaltung, um allen Verkehrsteilnehmern gerecht zu werden. Köstler: „Die Kreuzung wird dadurch sicherer, aber nicht leistungsfähiger.“

Manche Gemeinderäte sahen das deutlich negativer. Jörg Scholler (FDP) sagte: „Mit dem erwarteten Mehrverkehr auf der Lochhamer Straße wird das nicht funktionieren.“ Auch Florian Ernstberger (BVGL) prognostizierte längere Staus in der Lochhamer Straße und auch Richtung Friedhof. Anette Kitzmann-Waterloo (SPD) befürchtete: „Wir provozieren Stau und damit Druck für eine Umfahrungsstraße.“ Petra Schmid (CSU) sah in den Plänen eine „verkehrserzieherische Maßnahme“, gegen die sie sich wehre. Martin Feldner (Grüne) sah hingegen eine „Leistungssteigerung“, weil die Radfahrer nun gesondert geführt würden.

Am Ende stimmten alle Gemeinderäte einer Vertiefung der Pläne zu.

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