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Zu einem Wechsel in die Perspektive von Rollstuhlfahrern luden (v.li.) Günther Roll (Gräfelfinger Sozialreferent), Fritz Haugg (Behindertenbeauftragter Planegg) und Peter Kirschning (VdK) ein.

Rollstuhlfahrer für zehn Minuten

Für Rollstuhlfahrer bedeutet die Fortbewegung im öffentlichen Raum täglich „körperliche und seelische Überwindung“, findet der VdK Planegg-Gräfelfing. Und bot Nichtbehinderten jetzt Gelegenheit zur Selbsterfahrung.

Gräfelfing – Menschen ohne Behinderung sollten intensiver für die Schwierigkeiten von Rollstuhlfahrern im Alltag sensibilisiert werden, findet der VdK. „Jeder muss merken, was für einer körperlichen und seelischen Überwindung Rollstuhlfahrer täglich ausgesetzt sind“, erklärte Peter Kirschning, der Ortsvorsitzende des Sozialverbands VdK Planegg-Gräfelfing am Dienstagnachmittag vor dem Gräfelfinger Bürgerhaus. Dort hatte der VdK im Rahmen der Aktionsreihe „Inklusion im Würmtal“ einen Rollstuhlparcours mit dem Titel „Perspektivenwechsel“ aufgebaut.

Ziel der Aktion war in erster Linie, die Menschen zu ermutigen, Rollstuhlfahrern bei Problemen zu helfen sowie mögliche Barrieren im Kopf zu beseitigen. Zur Veranschaulichung durften Passanten versuchen, Hindernisse wie ein Rollbrett, eine Rampe oder ein langes Becken, das mit Kies, Sand und Rindenmulch angefüllt war, zu überwinden. Besonders letzteres bereitete den Teilnehmern Schwierigkeiten. Keiner schaffte es, trotz hohen Kraftaufwandes, das Hindernis ohne Hilfe zu überwinden. Auch viele Schüler versuchten während ihrer Mittagspause begeistert, die Hürden zu bezwingen. Neben dem Rollstuhl stand den Probanden auch ein Rollator zum Ausprobieren zur Verfügung, denn ältere Menschen haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen.

Sabrina Graf

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