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Das Vereinsheim des TSV Gräfelfing von 1980 ist von außen auch heute noch eine schmucke Anlage, birgt allerdings dringenden Sanierungsbedarf.

Vereinsheim und Turnhalle des TSV Gräfelfing

Dringender Handlungsbedarf

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Gräfelfing - Das Vereinsheim des TSV Gräfelfing samt Turnhalle ist sanierungsbedürftig. Das wird nicht billig, ein Neubau jedoch mehr als doppelt so teuer. Der TSV-Präsident tendiert zur günstigeren Variante.

Bürgerhaus, Gunst-Haus, Rathaus, Volksschul-Schwimmbad: In die Liste öffentlicher Gebäude aus den 60er bis 80er Jahren, die in Gräfelfing sanierungsbedürftig sind, reiht sich auch das Vereinsheim des TSV Gräfelfing samt Turnhalle ein. Das ist nicht überraschend. Gleichwohl zeigten sich einige Gemeinderäte von den Fakten und Zahlen betroffen, die Architektin Claudia Haberl jetzt als Ergebnisse ihrer Untersuchung im Bauausschuss präsentierte.

Demnach leidet der Komplex an der Hubert-Reißner-Straße, zu dem neben dem Vereinsheim von 1980 auch Gräfelfings älteste Turnhalle gehört (1957), an einem tiefgreifenden Sanierungsstau. Wie auch beim Bürgerhaus sind Heizung, Energiebilanz, Barrierefreiheit, Sanitäranlagen und vor allem der Brandschutz dringend erneuerungsbedürftig. Streng genommen dürften laut Haberl die 150 m2 große Wohnung für den Wirt und Räume im Keller mangels regulärem zweiten Fluchtweg nicht mehr genutzt werden; die Turnhalle nur noch für Sport, nicht als Versammlungsstätte.

Die Kosten liegen nach ersten vorsichtigen Schätzungen für eine Sanierung des Bestands bei 2,3 Millionen Euro. Sollte die Turnhalle neu gebaut werden (1,9 Millionen), käme man auf rund 4,2 Millionen Euro.

Ein kompletter Neubau der Anlage dürfte laut Claudia Haberl hingegen mindestens 9,8 Millionen Euro kosten, würde dafür allerdings den heutigen Raumbedarf wunschgemäß vorhalten.

Im Bauausschuss herrschte die Einsicht vor, hier dringend etwas tun zu müssen. Dass die Gebäude im Besitz des Vereins und nicht der Kommune sind, führte zu keiner Verweigerungshaltung. Schließlich verfügt der TSV praktisch über kein eigenes Geld und erfüllt eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, für die ansonsten die Kommune direkt aufkommen müsste.

Entsprechend deutlich drängt TSV-Präsident Christoph Göbel denn auch auf einen Beschluss. Göbel: „Wir müssen das jetzt endlich angehen.“ Aus seiner Sicht würde eine gründliche Sanierung ausreichen. Göbel: „Wir brauchen keine Perfektion, nur soliden, sicheren technischen Standard.“ Dafür müssten Prioritäten und Bauabschnitte eruiert werden.

Nun sollen zunächst die Ratsfraktionen darüber beraten, während eine vertiefte Kosten- und Maßnahmenermittlung läuft.

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