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Die Würmtalstraße in Gräfelfing ist heute erkennbar überdimensioniert. Nach einem Rückbau auf zwei Fahrspuren könnten dort neue Wohnhäuser entstehen. 

Gemeinde Gräfelfing für Fahrbahn-Rückbau und neue Nutzung

Wohnen auf der Würmtalstraße

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Die Idee, die vierspurige Würmtalstraße in Gräfelfing auf zwei Spuren rückzubauen, bekommt neuen Antrieb. Der überörtliche Ausschuss hat sich dafür ausgesprochen. Auf den frei werdenden Flächen soll günstiger Wohnraum entstehen.

Gräfelfing– Man muss kein Verkehrsexperte sein, um zu ahnen, dass die Würmtalstraße in ihrer autobahnähnlichen Ausbauweise überdimensioniert ist. Gleichwohl muss die Gemeinde den Behörden gegenüber den Beweis antreten, um eine Umwidmung der Flächen zu erreichen. Das hat sie nun mit Zahlen des Verkehrsplaners Helmuth Ammerl getan.

Demnach fahren heute auf der Würmtalstraße, wie die Staatsstraße 2343 in Gräfelfing heißt, maximal 13 000 Fahrzeuge. Selbst für den Zeitraum bis 2035 prognostiziert Ammerl lediglich 17 000 Fahrzeuge – unter Einrechnung einer Entlastungsstraße, die auf diesem Teilbereich für Mehrverkehr sorgen würde. Inzwischen gab es einen Runden Tisch, bei dem Ammerl und die Gemeinde dem staatlichen Bauamt diese Datenlage vortrugen – samt der Einschätzung, dass zwei Fahrspuren langfristig ausreichen würden. Die Kreuzung zur Finkenstraße soll einen Kreisverkehr bekommen, und die Rechtsabbiegespur in die Pasinger Straße würde entfallen.

Nicht nur das Bauamt, das für den Betrieb der Staatsstraßen zuständig ist, sondern auch der Freistaat muss zustimmen, weil die Gemeinde die gewonnenen Flächen für eine Wohnbebauung erwerben will. Pläne dafür hatte der Gräfelfinger Architekt Klaus Molenaar dem Gräfelfinger Gemeinderat bereits vor Jahren vorgelegt.

In der jüngsten Sitzung bekannte sich Franke Sommer (Grüne) zu dieser „modernen, kompakten Wohnbebauung“, die eine „vernünftigen Lösung“ darstelle. Auch Bürgermeisterin Uta Wüst zeigte sich angetan von der Kombination, den Verkehr auf der Würmtalstraße durch Rückbau zu verlangsamen und gleichzeitig günstigen Wohnraum zu schaffen.

Der Ausschuss beschloss, bei den Behörden auf den Rückbau der Fahrbahn und den Erwerb der frei werdenden Flächen hinzuwirken. Dagegen stimmte nur Petra Schmid (CSU), die fand, damit entstehe mehr „Verkehrsstress“. Den sah Frank Sommer allerdings eher bei der heutigen „Autobahn“ gegeben – etwa für querende Fußgänger und Radfahrer.

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