Neues interkommunales Projekt

Wohnungssuche bei Sprachproblemen

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Wer im Würmtal eine Wohnung sucht, hat es nicht leicht; verfügt er über ein geringes Einkommen und nicht ausreichende Sprachkenntnisse, werden die Hürden schier unüberwindbar.

Gräfelfing–Für solche Menschen, die nur schlecht Deutsch sprechen (Flüchtlinge, Migranten und andere) heben drei Würmtalgemeinden nun ein neues Projekt aus der Taufe: Die „Unterstützung bei der Wohnungssuche“, die grundsätzlich bereits vor einem Jahr beschlossen wurde, soll nun starten.

„Die Zahl der von Obdachlosigkeit bedrohten Menschen, die schlecht Deutsch sprechen, nimmt stark zu“, sagte Petra Hierl-Schmitz, Leiterin der Gräfelfinger Ordnungs- und Sozialverwaltung, im jüngsten Sozialausschuss. Die ehrenamtlichen Helfer in den Gemeinden bemühten sich zwar nach Kräften, jedoch mit durchwachsenem Erfolg. Und die Fachstelle zur Verhinderung von Obdachlosigkeit (FOL) sei für anerkannte Flüchtlinge nicht zuständig. Es erscheine daher dringend notwendig, diesem Personenkreis fachliche Unterstützung anzubieten, auch im eigenen Interesse der Gemeinden, die schließlich auch für die Unterbringung von Obdachlosen zuständig seien.

In der Praxis soll die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die bereits Erfahrung auf diesem Gebiet hat, eine zusätzliche Fachkraft für zwölf Wochenstunden suchen, die von dem Büro in der Planegger Flüchtlingsunterkunft aus tätig sein wird. Der Vertrag sieht eine Laufzeit von fünf Jahren vor. Dies entspricht dem Förderzeitraum durch die Regierung von Oberbayern, die das Pilotprojekt mit insgesamt 50 000 Euro für fünf Jahre unterstützt. Auf die beteiligten Würmtalgemeinden Gräfelfing, Planegg und Krailling entfallen jährliche Kosten in der Größenordnung von 4000 bis 7500 Euro, je nach Einwohnerzahl. Der Gräfelfinger Sozialausschuss stimmte einmütig zu; der Gemeinderat sowie die Gremien der Nachbarkommunen sollen folgen.

Dabei gab es durchaus auch nachdenkliche Stimmen. Peter Köstler (CSU) sah die Gefahr, den Ehrenamtlichen den Wind aus den Segeln zu nehmen, und Bürgermeisterin Uta Wüst hegte Zweifel, „was die Fachkraft bringen wird“ – doch sei es einen Versuch wert.

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