Für Aufforstung vorgesehene Fläche östlich der Heitmeiersiedlung.
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Die Rodung auf dem künftigen Baugrundstück an der Adalbert-Stifter-Straße muss durch gut 8000 Quadtratmeter neuen Wald ersetzt werden. Tatsächlich wird die Aufforstung östlich der Heitmeiersiedlung (Foto)) samt altem Baumbestand dreimal so groß.

Östlich der Heitmeiersiedlung

Gräfelfing pflanzt neuen Wald an

  • Martin Schullerus
    VonMartin Schullerus
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Die Gemeinde Gräfelfing wird auf ihrer Flur, im Osten der Heitmeiersiedlung, neuen Wald anpflanzen. Dahinter steht ein Versprechen des Bürgermeisters.

Gräfelfing – „Ja, durch den Bau der neuen Halle zwischen Adalbert-Stifter-Straße und Autobahn müssen Bäume gefällt werden. Wir werden das ausgleichen: Für jeden Baum, der fällt, werden zwei neue Bäume gepflanzt.“ Dieses Versprechen gab Bürgermeister Peter Köstler vor dem Bürgerentscheid für die neue Schwimm- und Dreifeldsporthalle am Lochhamer Schulcampus im November 2020 ab. Die Gräfelfinger stimmten anschließend mit 75 Prozent für das Projekt. Heute bestätigt Köstler: „Selbstverständlich stehe ich und steht die Gemeinde zu diesem Versprechen, und die Umsetzung ist in Planung.“

Wann ist ein Baum ein Baum?

Bei der Berechnung, wieviel Bäume denn ersetzt werden müssten, stand die Gemeinde, frei nach Grönemeyer, vor der Frage: „Wann ist ein Baum ein Baum?“ Schließlich orientierte sich die Verwaltung an den Bebauungsplänen und kam zu dem Schluss, dass alles über einem Durchmesser von zehn Zentimetern ein Baum sei.

Gräfelfing muss 644 Bäume pflanzen - doch es werden mehr

Ein Fachbüro erstellte einen Baumbestandsplan auf dem künftigen Baugrund. Ergebnis: Genau 322 Bäume standen da – in großer Mehrheit Hainbuchen, gefolgt von Ahorn, Eiche, Erle, wenigen Birken und Kirschbäumen. Also muss Gräfelfing 644 Bäume neu pflanzen – mindestens. „Es werden deutlich mehr sein“, sagt Bauamtsleiter Markus Ramsauer. Und damit sind nicht die paar Obstbäume gemeint, die inzwischen am Gockelberg stehen.

25 550 Quadratmeter werden komplett zu Wald

Als Ausgleichsfläche nach dem Waldgesetz muss die Gemeinde 8021 Quadratmeter Wald ersetzen. Dafür hat sie das Wäldchen im Osten der Heitmeiersiedlung gewählt, in dessen Mitte eine Wiese liegt – ein ungenutzter ehemaliger Bolzplatz. Gemeinsam mit einer Fläche östlich davon kommt das teils bewaldete Grundstück auf 16 000 Quadtratmeter. Daran anschließend hat die Gemeinde sich noch ein 9550 Quadratmeter großes Grundstück im Westen gesichert. Diese 25 550 Quadratmeter werden komplett zu Wald – großteils neu aufgeforstet, was laut Markus Ramsauer wesentlich mehr neue Bäume als 644 mit sich bringt. Wie viele genau und welche Arten es sein werden, ist nun Gegenstand einer fachlichen Planung, an der auch der zuständige Förster beteiligt ist. Bürgermeister Peter Köstler: „Einen neuen Wald richtig anzulegen, ist gar nicht so einfach.“ Laut Bauamtsleiter sollte es spätestens im Frühjahr 2022 losgehen.

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