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Unterschreiben für den Verbleib des Obst- und Gemüsestandes: Franz Josef Manhart warb am Donnerstag bei seinen Kunden für Unterstützung. 

Aus für Obst- und Gemüsehändler

Gräfelfinger fürchten um ihren Wochenmarkt

Nach 14 Jahren entzieht die Gemeinde Gräfelfing dem Obst- und Gemüsehändler Franz Josef Manhart die Genehmigung, seinen Stand auf dem Bahnhofplatz aufzubauen. Seine Kunden fürchten um den Fortbestand des kleinen Wochenmarktes.

Gräfelfing – Die Stimmung auf dem Gräfelfinger Bahnhofplatz war am Donnerstag aufgeheizt. Franz Josef Manhart, der langjährige Obst- und Gemüsehändler, soll aufhören. Es war sein letzter Tag. Seine Kunden gehen davon aus, dass es in Gräfelfing künftig keinen Wochenmarkt – und nach 37 Jahren keinen Gemüsestand mehr geben wird.

Manhart selbst will nicht verschwinden und erst recht nicht sang- und klanglos. Also kämpft für seinen Verbleib: „Dass die Gemeinde sagt, ich darf nicht mehr kommen, ist der Hammer für mich.“ Bei jedem Wetter biete er zuverlässig donnerstags zwischen sieben und 13 Uhr sein größtenteils selbstangebautes Obst und Gemüse an. Für seinen Kollegen, den Fischhändler Yann Donat, war die Nachricht, dass Manhart das Feld räumen muss, ebenfalls unschön. „Die Folgen sind für mich gravierend“, sagte er. Er fürchtet Einbußen bei den Einnahmen.

Unterschriften gesammelt

Manhart nutzte am Donnerstag den allgemeinen Frust und sammelte Unterschriften. Die Gemeindeverwaltung gab sich derweil zugeknöpft. Für derartige Märkte gelten Regeln, erklärte die Leiterin des Ordnungsamtes Petra Hierl-Schmitz. „Wenn das über Jahre hinweg nicht konform mit unseren Auflagen läuft, dann ziehen wir Konsequenzen.“ Die Gemeinderäte sollen entscheiden, wie der Markt in Zukunft aussehen soll.

Ein Streitpunkt ist Manharts großer Lastwagen. Dieser dürfe nicht am Bahnhofplatz stehen. Manhart tut sich schwer, ihn anderswo zu parken. Also hält er sich nicht immer an die Regel. Donat bestätigt: „Es ist ziemlich schwierig, in Gräfelfing einen Parkplatz zu finden.“ Vor allem aufgrund der vielen Baustellen und der Größe des Fahrzeugs. Hierl-Schmitz sagt aber: „Es geht um die Sicherheit auf diesem Platz.“ Sie erklärt: „Es hat immer wieder Probleme gegeben.“ Jetzt sei eben Schluss. Die Gemeinde werde schnell einen Nachfolger finden. „Wir werden alles daransetzen.“

Gespräch mit Bürgermeisterin angesetzt

Hierl-Schmitz zerschlägt die Befürchtungen, dass der Markt abgeschafft wird. Man sei nicht grundsätzlich gegen den Markt, habe eigens Stromleitungen für die Betreiber verlegen lassen. „Es ist gewollt, dass da Stände sind.“ Nur Manhart sei nicht mehr erwünscht. Dieser hofft weiter auf eine Einigung. Nachdem eine Mitarbeiterin der Verwaltung gestern bei ihm am Stand vorbeischaut hatte, erklärte er: „Ich denke, dass wir eine Lösung finden.“ Um das Verhältnis nicht weiter zu belasten, sammelte er seine bereits mit über 50 Unterschriften gefüllten Listen wieder ein. „Ich will nicht gegen die Gemeinde sein.“Am Dienstag habe er ein Gespräch mit Bürgermeisterin Uta Wüst. Manhart: „Wir müssen eine Lösung finden, ich brauche das.“

Im Nachbarort Planegg ist freitags Wochenmarkt.

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