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Neu gestalteter Rathausvorplatz in Gräfelfing: In dem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich gilt ein Tempolimit von 20 km/h. Dafür gibt es keine Ampeln und Zebrastreifen mehr. Vor dem Rathaus hält seit Sonntag auch der Kleinbus der neuen Linie 258.

Verkehrsberuhigter Bereich am Rathausvorplatz

Gemeinde will schnelle Autos abbremsen

Gräfelfing - Der neu konzeptionierte Gräfelfinger Rathausvorplatz ist seit einigen Wochen in Betrieb.

Anfängliche Beschwerden und Befürchtungen haben sich nach Auskunft von Bürgermeisterin Uta Wüst inzwischen gelegt. Trotzdem überlegen Rathaus-Chefin, Verwaltung und Experten, wie sie die Verkehrslage sicherer gestalten können, ohne von dem ursprünglichen Prinzip eines „verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs“ abzuweichen oder es gar zu konterkarieren.

Die Proteste kamen nicht unerwartet – weder bezüglich der Autorenschaft, noch was Inhalt und Intensität anging. Mehrere Eltern, vor allem Mütter, wandten sich ans Rathaus mit der Feststellung, ihre Kinder könnten den Rathausvorplatz nun nicht mehr sicher überqueren und seien gefährdet an Leib und Leben. Tatsächlich wurden im Zuge des neuen Konzeptes Ampeln und Zebrastreifen abgeschafft. Gleichzeitig reduzierten die Planer allerdings das Tempolimit auf 20 km/h und die Straßenbreiten ebenfalls.

Die Gemeinde reagierte umgehend auf die Bedenken. „Wir haben uns mit Schulweghelfern und Polizei ausgetauscht, um den Nachbesserungsbedarf zu klären“, so Bürgermeisterin Uta Wüst auf Merkur-Anfrage. Dabei sei als Hauptgefahrenquelle die teils zu hohe Geschwindigkeit ausgemacht worden, mit der Autos aus der Ruffiniallee abwärts auf den Rathaus-Vorplatz einbiegen.

Nun sei man gemeinsam mit den Verkehrsplanern dabei, sich Gegenmaßnahmen zu überlegen. Klar ist, dass es zusätzliche große Markierungen auf der Fahrbahn geben wird, die auf das Tempolimit hinweisen. Außerdem sollen Schilder verdeutlichen, dass dort ein besonderer Bereich beginnt. Wüst: „Wir sind mitten in der Abstimmung und Prüfung.“ Dazu gehöre auch helleres Licht der Straßenlampen, um querende Fußgänger bei Dunkelheit nicht zu übersehen. Eine Schwelle auf der Fahrbahn aufzubringen, die zwar nicht laut polternd, jedoch spürbar auf das Tempolimit hinweist, sei auch noch nicht vom Tisch – auch wenn das Bauamt Bedenken wegen des Winterdienstes angemerkt habe. Uta Wüst: „Aber alles in allem hat sich die Stimmung beruhigt, und der Verkehr läuft geordnet und gut ab.“


Martin Schullerus

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