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Heikler Verkehrsknotenpunkt: Die Überplanung des Rathaus-Vorplatzes ist keine leichte Aufgabe. Die Ideen der Bürgermeisterin hierzu lehnte der Bauausschuss jetzt ab. Foto: js

Bürgermeisterin Wüst erhält klare Abfuhr

Gräfelfing - Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst ist mit den von ihr beauftragten Entwürfen zum Rathaus-Vorplatz und zum Eichendorffplatz im Bauausschuss gescheitert.

Es war keine Sternstunde, die Bürgermeisterin Uta Wüst und der Gräfelfinger Bauausschuss am Donnerstag erlebten. Zwei von fünf Projekten auf der Liste des Straßenbauprogramms für 2015 fielen bei der Abstimmung glatt durch - eine Premiere. Und beide gingen auf Ideen der Bürgermeisterin zurück.

Der Rathaus-Vorplatz krankt an so vielen Stellen, dass eine Überplanung und Sanierung als dringend erforderlich gilt. Die Fahrbahnen, Gehwege und Randsteine sind in Auflösung begriffen; die Verkehrsführung auf dem Platz mit Gefälle, schlechter Einsehbarkeit und vielen Verkehrsteilnehmern aller drei Fraktionen provoziert täglich haarsträubende Szenen; und schließlich stammt die Kanalisation unter dem Platz von 1900 und steht auf der Sanierungsliste des Würmtal-Zweckverbands ganz oben.

All dies ist nicht neu. Schon zu Amtszeiten von Bürgermeister Christoph Göbel legte Architekt Klaus Molenaar eine Planung für den Rathausplatz vor. Sie sah unter anderem eine gemeinsame Verkehrsfläche („shared space“) und einen ovalen Kreisverkehr vor.

Am Dienstag nun präsentierte Oliver Krombach überraschend einen ganz anderen Plan. Der Bauingenieur, der schon wiederholt und bewährt in Diensten der Gemeinde Gräfelfing tätig wurde, hatte im Auftrag von Bürgermeisterin Uta Wüst ihre Anregungen zu Papier gebracht. Demnach sollten ein zusätzlicher Parkstreifen als „kiss-and-ride-area“ vor dem Bahnhof entstehen, die Einmündung der Freihamer Straße auf drei Spuren verschlankt werden und neue, größere Verkehrsteiler entstehen.

Im Ausschuss stieß diese Planung auf Ablehnung bis Entsetzen. Frank Sommer (Grüne) wies darauf hin, die neue Einmündung des Rößlwegs liege auf einem Biotop. Florian Ernstberger (BVGL) monierte, dass man nach wie vor auf dem Platz nicht legal wenden könne. Franz Lang (SPD) sprach von einer Gefährdung der Radfahrer. Und Jörg Scholler (FDP) verkündete, dieser „Fehlplanung“ nie zuzustimmen. Als Berater Reinhard Moosmang gezielt nach dem Molenaar-Entwurf fragte, sagte die Bürgermeisterin, dieser sei auf ihre Anweisung durch ihre eigenen Vorstellungen ersetzt worden. Nun sollen in der Gemeinderatssitzung am 27. Januar ein überarbeiteter Krombach-Entwurf und die Molenaar-Planung vorgestellt werden.

Nicht viel besser erging es Uta Wüsts Plänen für den Eichendorffplatz, die einen Rundweg zur Erschließung der Buden beim Weinfest vorsahen. Dieses Vorhaben, das rund 100 000 Euro gekostet hätte, lehnte das Gremium mit 6:2-Stimmen ab.

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