+
Aufklären statt verkaufen: Mitarbeiterin Alexandra Meyer vor dem Pasinger Reformhaus Mayr.

Fridays for Future

Zartes Pflänzchen Klimastreik

  • schließen

Weltweit ist am Freitag Streik angesagt. Doch viele Würmtaler konnte „Fridays for Future“ noch nicht mobilisieren. Die meisten Schüler dürfen beim Klimastreik nicht mitmachen.

Würmtal – Jetzt sind es nicht mehr nur die Schüler, die freitags für den Klimaschutz auf die Straße gehen. Auch Unternehmer und Arbeitnehmer sind diesmal aufgerufen, ein Zeichen zu setzen. Im Würmtal wird am Freitag dennoch nur wenig vom Klimastreik zu spüren sein. Das einzige Büro, das seine Pforten komplett schließen will, ist der Ökoverband Naturland, der seine Zentrale in Gräfelfing hat.

Von der Praktikantin bis zur Chefetage soll jeder die Möglichkeit haben, ab 12 Uhr auf dem Münchner Königsplatz Flagge zu zeigen. Sprecher Markus Fadl rechnet damit, dass 60 bis 70 Prozent seiner Kollegen in München auf die Straße gehen. „Wir gehen davon aus, dass es eine Gruppe von 30 bis 40 Leuten sein wird.“ Dass Naturland sich am Klimastreik beteilige, sei selbstverständlich. „Die Thematik liegt auf unserem Hof. Der Klimawandel betrifft die Landwirte.“

Nicht nur Bauern und ihre Fürsprecher können der Bewegung „Fridays for Future“ und deren Zielen etwas abgewinnen. Elena Gebauer, Geschäftsführerin vom Geschirr- und Eventverleih „happy-verleih“ in Planegg, hat ebenfalls vor, am Freitag am Königsplatz zu sein. „Wir zeigen, dass wir dabei sind.“ Anders als Naturland will sie aber nicht komplett zusperren, ein Mitarbeiter werde die Stellung halten. Gebauer begrüßt, dass sich die junge Generation laut für den Klimaschutz ausspricht. Das möchte sie unterstützen.

Auch Michael Mayr, Geschäftsführer der gleichnamigen Reformhäuser in Planegg und Pasing, setzt ein Zeichen und schließt seine Läden zwischen 12 und 13 Uhr eine Stunde lang. Wie seine Mitarbeiterin Alexandra Meyer erklärt, stünden in dieser Zeit Mitarbeiter vor den geschlossenen Türen, um Kunden und Passanten über die Aktion aufzuklären. „Wir betrachten Klimaschutz als unsere unternehmerische Verantwortung. Wir sind überzeugt, dass jeder einen Beitrag leisten muss und kann.“

Das Interesse der Würmtaler Gymnasiasten, demonstrieren zu gehen, hält sich nach Auskunft der Schulleiterinnen in Grenzen. Diese Woche habe noch kein Schüler um Erlaubnis gebeten, dem Unterricht fernbleiben zu dürfen, erklärt Brigitte Schmid-Breining vom Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium – freilich hätte sie diese aber auch nicht gegeben. Anita Groß vom Gräfelfinger Kurt-Huber-Gymnasium, das neuerdings als „Umweltschule“ firmiert, berichtet von drei Anfragen. Eine Mutter habe mit ihrer Tochter gemeinsam zur Demonstration gehen wollen. „Aber das ist kein triftiger Grund, den Unterricht zu verpassen.“ Sie habe daher keinen Schüler vom Unterricht befreit. Wer dennoch streikt, „dem würde ich nicht reflexartig einen Verweis verpassen“, sagt Groß aber. „Ich würde erst mal reden.“ Die Schulleiterin des Gautinger Otto-von-Taube-Gymnasiums, Sylke Wischnevsky, hat einen möglichen Konflikt elegant umschifft. Bis 10.30 Uhr geht es am Freitag im Unterricht um das Thema Klima – dann ist Schulschluss. Die Lehrer unternehmen einen Personalausflug. Wischnevsky: „Die Schüler können dann, wenn sie wollen, zur großen Demo nach München fahren.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bürgerverein belegt seine Bodenständigkeit
Bürgerverein belegt seine Bodenständigkeit
CSU Neuried nominiert Marianne Hellhuber
Die CSU Neuried schickt Marianne Hellhuber ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus. Auf einer Mitgliederversammlung am Mittwoch wurde sie einstimmig zur …
CSU Neuried nominiert Marianne Hellhuber
Rottenbucher Straße vor Verkehrsfreigabe
Monatelang mussten die Gräfelfinger Verkehrsteilnehmer Umwege und viele Anwohner Lärm und Staub in Kauf nehmen. Doch nun geht es Schlag auf Schlag.
Rottenbucher Straße vor Verkehrsfreigabe
Planegg erhält Prädikat „fahrradfreundlich“
Planegg erhält als erste Gemeinde im Würmtal die Auszeichnung „Fahrradfreundliche Kommune“. Die Rathausmitarbeiter müssen lediglich noch zwei Ergänzungen auf ihrer …
Planegg erhält Prädikat „fahrradfreundlich“

Kommentare