Großes Aufgebot zum Mutonkole-Abschied

Planegg - In St. Elisabeth neigt sich eine Ära dem Ende zu. Mehr als zehn Jahre leitete Anicet Mutonkole die Pfarrei, gestern wurde er verabschiedet.

Dass er ein neues Amt in einer neuen Gemeinde übernehmen würde, wusste der Planegger Pfarradministrator Anicet Mutoncole schon länger. Er hatte Zeit, sich auf seinen Abschied vorzubereiten. Spurlos ging die Zeremonie am Sonntag aber dennoch nicht an ihm vorüber. „Ich dachte nicht, dass es mir so schwerfallen würde“, so der sichtlich bewegte Geistliche, als es jetzt wirklich so weit war.

Würmtal-Bürgermeister, Vertreter aus kirchlichen Gremien, Repräsentanten von Vereinen bis hin zur katholischen Jugend und den Ministranten - die Festredner und Überbringer von Grußworten standen am Sonntag Schlange, um sich von Pfarradministrator Anicet Mutonkole zu verabschieden. „Unser Pfarrsaal ist voll“, konstatierte Karin Detsch, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, denn viele Weggefährten seien gekommen.

Seit November 2004 ist Anicet Mutonkole in der Pfarrgemeinde St. Elisabeth tätig. Planegg sei der Ort, an dem er bis dato seinen längsten Lebensabschnitt verbracht habe, erklärte der Pfarradministrator. Ein Jahrzehnt, in dem er viele Menschen durch seine Fröhlichkeit für sich eingenommen hat. Durch eine Lebensfreude, die tief aus dem Glauben komme, wie es sein evangelischer Amtskollege Bernhard Liess von der Waldkirche formulierte. „Seine Freundlichkeit hat auch auf Maria Eich ausgestrahlt“, sagte Pater Matthäus, Prior der örtlichen Wallfahrtskirche.

Ingeborg Bogner, Kirchenpflegerin von St. Elisabeth, bescheinigte Mutonkole, die Pfarrei geeint und zusammengeführt zu haben. Sie habe mit dem Geistlichen aus dem Kongo eine Zeit der Konsolidierung erlebt. „Herr Dr. Mutonkole, Sie haben der Pfarrei gut getan.“

Als Seelsorger war Mutonkole nicht nur für Katholiken in Planegg und Krailling, sondern zuletzt auch für die Stockdorfer Pfarrei St. Vitus zuständig. Weshalb zur Verabschiedung mit Heinrich Hofmann (Planegg), Christine Borst (Krailling) und Brigitte Kössinger (Gauting) gleich drei Bürgermeister erschienen. Hofmann riet dem scheidenden Pfarrer mit einem Augenzwinkern, sich einen Cowboysattel und einen gemütlichen Schimmel zuzulegen - um für den Grafinger Leonhardi-Ritt in seiner neuen Pfarrei gewappnet zu sein. Als Erinnerung an die Gemeinde Krailling überreichte Borst ihm ein Bild der Margaretenkirche, das künftig einen Ehrenplatz in Mutonkoles neuem Büro finden soll. Borst: „Dann können wir nicht aus ihren Gedanken verschwinden.“

Gautings Rathauschefin Brigitte Kössinger hob vor allem Mutonkoles Einsatz in St. Vitus hervor. Mit viel Fingerspitzengefühl habe er „in die Pfarrei hineingehört“ und ihr heuer wieder eine Fronleichnamsprozession ermöglicht. „Sie kamen als routinierter Geistlicher und waren topfit“, sagte Thomas Hey, Vorsitzender des Stockdorfer Pfarrgemeinderats.

Mutonkole zeigte sich zuversichtlich, viele Weggefährten seiner Planegger Zeit auch künftig zu sehen. „Bei uns im Kongo gibt es einen Spruch: Nur Bäume begegnen sich nie, aber Menschen treffen sich immer wieder.“ Er versprach, im Würmtal auch noch sein neues Messgewand vorführen. Ein Abschiedgeschenk, für das viele Spender Geld zusammengelegt haben.

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