Der ehemalige Betriebssportplatz im Gewerbegebiet KIM.
+
Den ehemaligen Betriebssportplatz der KIM könnte die Firma EOS inzwischen bebauen.

Gewerbegebiet KIM

Großprojekt der Firma EOS in der Schwebe

  • Andreas Deny
    vonAndreas Deny
    schließen

Es ist ein Großprojekt für mehr als 700 Arbeitsplätze: Auf dem ehemaligen Betriebssportplatz des Kraillinger Gewerbegebiets KIM hat die Firma EOS ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum geplant. Doch ob es gebaut wird, ist inzwischen fraglich.

Krailling – Die Expansionspläne der Firma EOS, Weltmarktführer im Bereich des industriellen 3-D-Drucks, sind angesichts der Corona-Pandemie offenbar erst einmal auf Eis gelegt. Nach dem Bezug des Technologie- und Kundenzentrums am Robert-Stirling-Ring im Jahr 2017 wollte das Unternehmen auf dem angrenzenden Sportplatz des Kraillinger Gewerbegebiets einen weiteren Großbau mit Innenhöfen und Tiefgarage errichten (wir berichteten). Die Gemeinde hat durch die Änderung des Bebaungplans den Weg für das Großprojekt längst geebnet. Doch ein Bauantrag für das von EOS erworbene Grundstück liegt bis auf den heutigen Tag nicht vor.

Firma EOS gibt sich bedeckt

Vonseiten des Unternehmens gibt man sich bedeckt. Auf eine Anfrage unserer Zeitung, ob die Neubaupläne im Zuge der Corona-Pandemie ad acta gelegt wurden, hieß es nur kurz und knapp: „Die Entscheidungsprozesse zum Bauprojekt laufen aktuell bei EOS und werden im Sommer 2021 abgeschlossen.“ Dem Wunsch, mit einem Firmenvertreter zu sprechen, wurde leider nicht nachgekommen.

3,6 Millionen Euro für Grundstückskäufe

In der Gemeinde Krailling rechnet man derzeit augenscheinlich nicht damit, dass schnell etwas vorangeht. Um das Bauvorhaben zu realisieren, müsste das Wald-Wiesenvögelchen, ein streng geschützter und vom Aussterben bedrohter Schmetterling, in ein neues Habitat umziehen, da der Schattenwurf des fast 20 Meter hohen Neubaus den Lebensraum des Insekts gefährdet. Die Auslichtung der nördlich des Sportplatzes gelegenen Ausgleichsfläche hat die Gemeinde aber laut Bauamt bis dato nicht in Angriff genommen. Stattdessen stellt man sich anscheinend schon einmal auf einen eventuellen Rückzieher der Firma ein: Für Grundstückskäufe hat der Gemeinderat jedenfalls vorsorglich 3,6 Millionen Euro in den aktuellen Haushalt eingestellt.

Auch interessant

Kommentare