Gewaltiges Publikumsinteresse: Rund 300 Bürger kamen in den Hörsaal des Max-Planck-Instituts für Biochemie, wo vier Architekturbüros – im Foto Claudia Weber-Molenaar und Klaus Molenaar – ihre Entwurfsplanungen vorstellten. Foto Dagmar Rutt

Großzügige Planspiele für Martinsrieds Ortsmitte

Martinsried - Die ersten Architektenentwürfe zur Ortsmitte Martinsried stehen. Im 2. Bürgerforum wurden sie öffentlich vorgestellt.

Monatelang wurde beraten, befragt und überlegt. Nun kristallisiert sich langsam heraus, wohin die Reise in Martinsried gehen könnte. Am Donnerstag präsentierten die vier beauftragten Planungsbüros den Bürgern im Max-Planck-Institut ihre ersten Entwürfe. In wesentlichen Punkten bestehen unter den Fachleuten große Gemeinsamkeiten, manche Details unterscheiden sich deutlich. Jeder Entwurf hat seinen eigenen Charakter und seine eigene Idee, wie mit öffentlichem Raum umzugehen sei. Alleeartige Straßen nach dem Vorbild spanischer Paseos, enger gefasste Plätze, Wasserflächen, Spiel- und Sportbereiche, die Palette möglicher Nutzungsarten und Gestaltungsmöglichkeiten war breit angelegt und noch unscharf definiert.

Die Präsentationen verdeutlichten alle eines: Es geht in Martinsried nicht darum, ein paar Bau- und Planungssünden mit einigen kleinen Maßnahmen zu kaschieren oder Fußgängern und Radfahrern das Leben etwas leichter zu machen. Der städtebauliche Wildwuchs der vergangenen Jahrzehnte und die noch längst nicht abgeschlossene Expansion des Campus haben eine neue städtebauliche Realität geschaffen, die nach einer umfassenden Antwort verlangt.

„Wir befinden uns hier im städtisch-urbanen Raum. Das muss man sich bewusst machen“, sagte Professor Rudolf Scheuvens, der den Ablauf der Ortsmitteplanung für Martinsried organisatorisch betreut, nach der Vorstellung der Arbeiten. Die räumlichen Dimensionen veranschaulichte am deutlichsten der Vortrag des Büros Moreplatz: Die Architekten hatten Luftbilder anderer Orte über das Projektgebiet gelegt und damit gezeigt: Es geht um einen Raum, der in der Ost-West-Ausdehnung vom künftigen U-Bahn-Aufgang bis zum westlichen Ortsrand der Länge der Planegger Bahnhofstraße entspricht. Allein der unbebaute Raum nimmt ein Mehrfaches der Fläche des Münchner Marienplatzes ein, und schon der zentrale Bereich ist größer als die Fläche der Piazza Navona in Italiens Hauptstadt Rom. Alle vier Büros wollen den Verkehr aus der Ortsmitte weitgehend herausholen und über die Fraunhoferstraße direkt in die Röntgenstraße führen. Die großzügigen Freiflächen sollen ortsbildprägend gestaltet werden, zwischen Ort und Campus in Nord-Süd-Richtung großzügiger Grünraum erhalten bleiben. Unterschiede weisen die Entwürfe im Umgang mit künftiger Bebauung auf. Die großzügigste Neubebauung im zentralen Bereich sieht das Büro Molenaar vor.

In den an die Vorträge anschließenden direkten Gesprächen zwischen Bürgern und Planern wurden die Vorschläge angeregt diskutiert. Die Anmerkungen sollen in die weitere Ausarbeitung einfließen.

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