SPD Feier am Wahlabend Bundestagswahl Planegg
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Am Wahlabend trafen sich Würmtaler SPD-Mitglieder und -Anhänger zum Feiern. Nun müssen sie abwarten, ob sich Grüne und FDP für die Ampel entscheiden.

Würmtaler Ortsverbände legen sich nicht fest

Grüne und FDP offen für Ampel wie Jamaika

  • Peter Seybold
    VonPeter Seybold
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Nach den Ergebnissen der Bundestagswahl scheint es wahrscheinlich, dass die nächste Bundesregierung entweder eine Ampel- oder eine Jamaika-Koalition sein wird. Würmtaler FDPler und Grüne stehen den Konstellationen aufgeschlossen gegenüber.

Würmtal – Über das „überdurchschnittliche Ergebnis“ der Grünen in Gräfelfing mit 21,5 Prozent der Zweitstimmen freut sich 3. Bügermeister Martin Feldner. Die Geschehnisse rund um Spitzenkandidatin Annalena Baerbock und die Pannen im Wahlkampf seien „ein Baustein“ dafür gewesen, dass es bundesweit nicht besser gelaufen sei, meint er. Schwerwiegender war seiner Ansicht aber, dass „aus dem Dreier- ein Zweier-Rennen wurde, viele Scholz und die SPD gewählt haben, um noch Schlimmeres zu verhindern.“ Obwohl die Zusammenarbeit mit der CSU in Gräfelfing sehr gut sei, sähe Feldner es gerne, wenn die Union im Bund in die Opposition ginge „und in vier Jahren als wieder vertrauenswürdige Partei zurückkäme“. Er sei prinzipiell für Schwarz-Grün offen, eine Koalition mit der derzeitigen Union von Armin Laschet bedeute aber ein „Weiter so“, dass sich Deutschland etwa beim Klima nicht leisten könne. Er präferiere eine Ampel.

Stolz auf Abschneiden der FDP in Krailling

„Völlig offen“ ist nach Ansicht des Kraillinger FDP-Gemeinderats Sebastian Sefzig die Entscheidung, ob es eine Ampel- oder eine Jamaika-Koalition geben wird. Er selbst habe „keine Präferenzen“, sondern finde es richtig, „zunächst gemeinsam mit den Grünen zu besprechen, welche Schnittmengen es gibt. Zum Beispiel bei den Bürgerrechten haben wir viele Gemeinsamkeiten, auch den Klimawandel wollen wir beide bekämpfen, wenn auch mit unterschiedlichen Mitteln“, meint Sefzig. Er freue sich besonders über das Abschneiden der FDP in Krailling, die knapp den dritten Platz vor der SPD erreichte.

„Schwierige Verhandlungen“ erwartet der Planegger FDP-Gemeinderat Fritz Haugg für die nächsten Wochen. „Es wird auf die Inhalte ankommen“, sagt Haugg, der einer Renaissance „der sozial-liberalen Ära“ gemischt „mit den ökologischen Gedanken der Grünen“ positiv gegenübersteht. „Unter Demokraten muss es immer möglich sein, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Wir haben hier in Planegg schon mit jeder Fraktion zusammen Anträge eingereicht“, sagt Haugg, der es daher für gut möglich hält, dass sich zunächst Grüne und FDP einigen. „Eigentlich wollen wir alles das Gleiche. Jeder will was für den Klimaschutz und die Wirtschaft machen, nur die Wege sind unterschiedlich“, sagt Haugg. Es dürften sich aber die gescheiterten Jamaika-Verhandlungen von 2013 nicht wiederholen, wo die FDP kaum etwas hätte durchbringen können.

„Frischer Wind wäre gut“

„Ein gutes Ergebnis“ sei das Resultat der Grünen, meint Planeggs 2. Bürgermeisterin Judith Grimme, eine der beiden Vorsitzenden des Grünen-Ortsverbandes. Natürlich hätten die Partei noch auf mehr hoffen können, „man muss aber auf dem Boden der Tatsachen bleiben“. Der augenblickliche „Stillstand muss aufhören, ein Weiterwursteln darf es nicht geben, frischer Wind wäre gut“, meint Grimme, die nicht eindeutig sagen möchte, ob sie für eine Ampel oder eine Jamaika-Koalition ist. Dies komme auf die Ergebnisse der Verhandlungen an.

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