Im Februar hatten Arbeiter damit begonnen, die marode Fassade der Grundschule Martinsried zu entfernen. a-foto: sauer

Grundschule Martinsried: Abschluss eines extremen Kraftakts

Martinsried - Schüler, Lehrer und Eltern können durchatmen - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Luft in der Grundschule Martinsried ist nicht mehr mit Formaldehyd belastet.

Über Jahre hinweg war die Atemluft in der Schule mit Formaldehyd belastet gewesen. Aufgrund einer fehlerhafter Bauausführung war Feuchtigkeit in die Holzfassade eingedrungen und hatte für einen erhöhten Formaldehydwert gesorgt. Dieses Gas kann krebserregend sein. Hinzu kamen mangelhaft gebaute Estrichrandfugen, die zu einem Eindringen von Wasser und damit Schimmelbildung führten. 2011 hatte die Gemeinde nach Klagen von Schülern und Lehrern über die muffige Atemluft ein Gutachten erstellen lassen, das eine erhöhte Formaldehyd-Konzentration nachwies. Zunächst ließ die Gemeinde die marode Fassade provisorisch abdichten, doch war schnell klar, dass an einem kompletten Austausch der Holzfassade kein Weg vorbeiführen würde. Jürgen Gollwitzer, der Architekt der Gemeinde, ermittelte Kosten in Höhe von rund zwei Millionen Euro. Ein Schock für den Gemeinderat, denn die Schule war erst 1993 gebaut worden, zudem waren die Steuereinnahmen in diesem Jahr weniger hoch als üblich.

Im Februar dieses Jahres begann schließlich der Austausch der Fassade - mitten im Schuljahr. Als „extremen Kraftakt“ bezeichnet Bürgermeisterin Annemarie Detsch deshalb die Baumaßnahme. Denn Unterricht und Bauarbeiten mussten unter einen Hut gebracht werden. Schüler und Lehrer mussten immer wieder die Räume wechseln, die Arbeiter durften nur nachmittags Lärm machen. „Das war schwierig“, räumt die Bürgermeisterin ein. Inzwischen sind auch die Eltern, die der Gemeinde anfangs harsche Vorwürfe gemacht hatten, befriedet. Beim Sommerfest der Grundschule sei sie sehr nett empfangen worden, sagt Detsch.

Der Gutachter, der damals den gefährlich hohen Formaldehydwert gemessen hatte, war im Juli wieder vor Ort und war zufrieden. Detsch: „Der Schimmel ist raus, genauso das Formaldehyd. Wir haben jetzt eine Schule, bei der alles in Ordnung ist.“

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