Die Luft ist wieder rein: Josef Stöckl (Bauamt Planegg), Rektorin Margit Baran-Lander und Bürgermeisterin Annemarie Detsch (r.) beim Betrachten der Fotos von den Sanierungsarbeiten in der Grundschule Martinsried. foto: dagmar Rutt

Grundschule Martinsried: Schimmelproblem ist gelöst

Martinsried - Pünktlich zum Schulbeginn sind die Sanierungsarbeiten in der Grundschule Martinsried abgeschlossen. Die Formaldehydkonzentration in der Raumluft konnte auf einen unbedenklichen Wert gesenkt werden. Dennoch werden die Fassaden ausgetauscht.

Im Frühling war festgestellt worden, dass sich die Formaldehydkonzentration der Raumluft in mehreren Räumen der Grundschule Martinsried zwischen 70 und 90 ppb (parts per billion) bewegte (wir berichteten). Wegen eines bauphysikalischen Mangels hatte sich Feuchtigkeit in mehreren Außenwänden der Schule gesammelt. Diese reagierte mit Klebstoff in den furnierten Brettern, woraufhin sich das toxische Formaldehyd bildete und in der Raumluft ausbreitete. Obwohl die Werte unter dem offiziellen Eingreifwert (100 ppb) lagen, veranlasste die Gemeinde in den Sommerferien eine umfassende Dämmung der schadhaften Bretter mit dampfdichten Folien. Zudem wurden die Randfugen mit einem Filtersystem ausgestattet. Die Maßnahmen haben offenkundig gefruchtet.

Ein unabhängiger Gutachter kam zu dem Ergebnis, dass die Raumluft nun unbelastet sei. Die Formaldehydkonzentration lag bei rund 30 ppb in den Klassenzimmern - deutlich unter dem Grenzwert. „Der erwartete Sanierungserfolg hat sich eingestellt“, heißt es in dem Gutachten des Instituts Dr.Führer. „Wir können die Schule nun bedenkenlos freigeben“, betonte Bürgermeisterin Annemarie Detsch. Ein Schimmelsuchhund, der im Frühling an mehreren Stellen in der Schule angeschlagen hatte, war ebenfalls durch die Räume geführt worden. Dieses Mal passierte er die fraglichen Wände, ohne Meldung zu machen.

Insgesamt hat das Rathaus rund 100 000 Euro für die Sanierung ausgeben müssen. Es handelt sich aber nur um eine provisorische Maßnahme. Nächstes Jahr wird die Schule neue Fassaden erhalten, im Zuge dessen soll auch die mangelhafte Belüftung verbessert werden. „Das wird sehr teuer“, sagt Detsch, die hofft, nicht auf den Gesamtkosten sitzen zu bleiben. Die Gemeinde hat einen Fachanwalt eingeschaltet, der die Frage nach der Haftung klären soll. Die Schule wurde 1995 für 20 Millionen Mark gebaut. Die Baumängel ließ die Gemeinde von einem Gutachter dokumentieren. Unklar ist die Frage nach der Verjährung.

Die Gemeinde wird demnächst die Eltern zu einem Informationsabend einladen, um Details der Sanierung zu erläutern. Dann steht auch fest, ob Hort und Turnhalle ebenfalls belastet sind. Diese Ergebnisse stehen noch aus. Detsch und Rektorin Margit Baran-Lander versichern, dass die Schule nun wieder bedenkenlos besucht werden könne. „Es weht hier wieder ein frischer Wind“, so Baran-Lander.

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