EOS Technologie und Kundenzentrum im Gewerbegebiet KIM, Krailling
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Das EOS-Technologie und Kundenzentrum wurde 2013/2014 im Kraillinger Gewerbegebiet KIM errichtet.

Gewerbegebiet KIM

Grundstückskauf: EOS macht Rückzieher

  • Andreas Deny
    VonAndreas Deny
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Die Firma EOS wird ihren Firmensitz im Kraillinger Gewerbegebiet KIM nicht erweitern. Das von der Gemeinde erworbene rund 1,6 Hektar große Grundstück wird rückveräußert.

Das rasante Wachstum der Kraillinger Firma EOS, Weltmarktführer in der industriellen 3D-Drucktechnik, ist durch die Corona-Krise gebremst. Das Unternehmen wird das im Februar 2018 neben ihrem Firmensitz erworbene Flurgrundstück 736/8 „Sportplatz“ nicht bebauen und hat es der Gemeinde zum Rückkauf angeboten – zum im Kaufvertrag vereinbarten Preis ohne eine in der Zwischenzeit möglicherweise eingetretene Wertsteigerung, wie das Unternehmen betont. Der Kraillinger Gemeinderat hat bereits vor den Sommerferien in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen, das Angebot anzunehmen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Für Grundstückskäufe hatte der Gemeinderat vorsorglich 3,6 Millionen Euro in den aktuellen Haushalt eingestellt (wir berichteten).

Die Expansionspläne haben sich aufgrund der Corona-Pandemie zerschlagen

Auf dem ehemaligen Betriebssportplatz der Kraillinger Innovationsmeile hatte EOS ein Großprojekt geplant. Dort sollte ein ökologisch ambitionierter Erweiterungsbau für rund 750 neue Mitarbeiter entstehen: 134 Meter lang, 64 Meter breit und 18,5 Meter hoch. Wegen des Schattenwurfs sollte das Wald-Wiesenvögelchen, ein streng geschützter und vom Aussterben bedrohter Schmetterling, umgesiedelt werden. Doch die Expansionspläne haben sich aufgrund der Corona-Pandemie zerschlagen. „Seit Erwerb des Grundstücks haben sich für EOS Rahmenbedingungen geändert“, sagt Hella Langer, Ehefrau von EOS-Gründer Hans Langer und Geschäftsführerin der EOS-Grundstücksgesellschaft. Dies sei nicht absehbar gewesen. Wegen des seinerzeit erheblichen Markt- und Mitarbeiterzuwachses sei man davon ausgegangen, dass die 2014 und 2017 geschaffenen Neubauten bald wieder an ihre Grenzen stoßen würden.

Dies hat sich nicht bewahrheitet. Vielmehr habe sich EOS seit der Corona-Pandemie wie andere Unternehmen mit dem Thema „New Work“ auseinandersetzen müssen, so Hella Langer: „Der durchaus auch aus ökologischen Gründen sinnvolle und unumkehrbare Trend zu einer Balance zwischen mobilem Arbeiten und Präsenz am Standort zwingt uns zum Umdenken bei der Gebäudenutzung.“ Damit sinke der ursprünglich angenommene Flächenbedarf deutlich, und die Wirtschaftlichkeit für einen weiteren Neubau sei nicht mehr gegeben. EOS bekenne sich aber auch weiterhin zum Standort Krailling als Hauptsitz des Unternehmens, heißt es in einer Presseerklärung. Die Entscheidung zur Rückveräußerung des Grundstücks sei in enger Abstimmung mit der Gemeinde erfolgt.

Kraillings Bürgermeister Rudolph Haux zeigt Verständnis

Kraillings Bürgermeister Rudolph Haux zeigt für diesen Schritt Verständnis. „Ich weiß durch intensive Kommunikation mit Frau Langer, dass es den Verantwortlichen nicht leichtgefallen ist, das lange geplante Neubauprojekt nicht zu realisieren.“ Die Gemeinde werde nun gemäß Ratsbeschluss den Rückkauf durchführen. Was mit dem Grundstück geschieht, ist offen. „Der Gemeinderat muss sich jetzt konkrete Gedanken über die Gewerbeentwicklung machen“, sagt Bürgermeister Haux.

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